Hiesinger wirbt für Fusion

Stahl bei Thyssenkrupp auf Prüfstand

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Ein Stahlarbeiter in Duisburg an einem Hochofen bei ThyssenKrupp. Foto: Roland Weihrauch

Bei Thyssenkrupp geht es nun um die Zukunft der Traditionssparte Stahl. Während Konzernchef-Chef Hiesinger weiter in Richtung Fusion steuert, treffen die Pläne bei den Beschäftigten auf Widerstand. Aktionärssprecher mahnen eine Lösung an.

Bochum (dpa) - Beim Industriekonzern Thyssenkrupp laufen die Gespräche über eine Fusion der Traditionssparte Stahl weiter mit Hochdruck.

"Solange wir Dynamik sehen, macht es Sinn, den Prozess weiter zu treiben", sagte Konzernchef Heinrich Hiesinger in Bochum. Ziel sei es, "zügig" eine Lösung zu erzielen.

Im Ringen um die Zukunft der Stahlsparte sei Thyssenkrupp mit mehreren Parteien im Gespräch, so Hiesinger. "Ob, wann und mit wem ein Konsolidierungsschritt kommen wird, ist aber weiterhin offen", sagte er. Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr zunächst Gespräche mit dem Konkurrenten Tata bestätigt.

Nach Informationen des Handelsblatts (Freitag) aus konzernnahen Kreisen könnte ein möglicher Zusammenschluss mit Tata frühestens in diesem Sommer über die Bühne gehen. Eine Unternehmenssprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren.

Eine mögliche Lösung müsse die Risiken für Thyssenkrupp berrücksichtigen, betonte Hiesinger. So müsse Tata zunächst ein tragfähiges Konzept für die Pensionslasten des Unternehmens vorlegen.

Der Betriebsratschef der Thyssenkrupp-Stahlsparte, Günter Back, warnte dagegen vor einer Fusion der Traditionssparte mit dem Konkurrenten Tata. Dadurch könne der gesamte Konzern ins Wanken geraten, sagte Back bei einer Protestveranstaltung von rund 200 Stahlkochern vor Beginn der Hauptversammlung. Aus Sicht der Belegschaft mache ein solcher Zusammenschluss keinen Sinn, sagte Back.

Hiesinger verwies dagegen auf strukturelle Überkapazitäten in der europäischen Stahlbranche. Zudem belaste ein enormer Preisdruck durch Importe aus Asien die europäischen Hersteller. "Sparprogramme verschaffen uns nur kurzfristig eine Atempause", so der seit sechs Jahren an der Sanierung arbeitende Hiesinger. Unabhängig von einer möglichen Konsolidierung hatte der Konzernchef bereit für dieses Frühjahr die Vorlage eines weiteren Restrukturierungsprogramms für die Stahlsparte angekündigt.

Aktionärssprecher warnten davor, bei einer Stahlkonsolidierung alles auf eine Karte zu setzen. "Und welche Alternativen gibt es, falls die Verhandlungen mit Tata scheitern?", fragte Ingo Speich von der Gesellschaft Union Investment. "Beim Umgang mit dem Thema Stahl haben wir den Eindruck, Sie sind in einem Kreisverkehr unterwegs und haben die Ausfahrt noch nicht gefunden", sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Fraglich sei auch, ob eine Lösung ohne Einschnitte für deutsche Standorte möglich sei.

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