Dax auf tiefstem Stand seit mehr als zwei Jahren

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Der Dax verkraftete den Stark-Rücktritt nciht gut.

Frankfurt/Main - Der überraschend angekündigte Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat den Dax am Freitag auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren gedrückt. Er verlor mehr als vier Prozent.

Zum Handelsschluss fiel der deutsche Leitindex um 4,04 Prozent auf 5189,93 Punkte. Dies war der tiefste Stand seit Juli 2009.

Auf Wochensicht gab der Dax damit 6,29 Prozent ab. Der MDax der mittelgroßen Werte büßte am Freitag 2,87 Prozent auf 8535,79 Punkte ein, der Technologiewerte-Index TecDax verlor 2,77 Prozent auf 701,47 Punkte.

Den Rücktritt Starks, der laut EZB bis zur Ernennung eines Nachfolgers noch im Amt bleibt, nannte ein Börsianer “einen weiteren Schlag für die Glaubwürdigkeit der EZB, der den Graben zwischen Deutschland und den übrigen Mitgliedern wahrscheinlich vertiefen wird“. Damit steige auch die Unsicherheit im ohnehin schwierigen Marktumfeld und verleihe den Argumenten der Euro-Kritiker, die das Aus der Gemeinschaftswährung erwarten, zusätzliches Gewicht.

Die Bayer-Aktien legten als einziger Dax-Gewinner um knappe 0,06 Prozent auf 38,995 Euro zu. Sie profitierten von einer überraschenden Zulassungsempfehlung eines Ausschusses der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Gerinnungshemmer Xarelto des Pharma- und Chemiekonzerns. “Das kommt wirklich überraschend, nachdem es vor wenigen Tagen kritische Stimmen seitens der FDA gegeben hat und weitere Daten verlangt wurden“, meinte ein Händler.

Wer ist im DAX?

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Im Blickfeld standen auch die Titel der Autobauer. Anders als geplant werden Volkswagen und Porsche in diesem Jahr nicht mehr fusionieren. Hintergrund sind noch immer bestehende juristische Hürden. Die VW-Vorzüge gaben daraufhin um 3,89 Prozent auf 103,75 Euro nach, Porsche-Papiere sackten um 13,59 Prozent auf 37,990 Euro

Die im Dax notierten Aktien der Deutschen Börse, die zum Umtausch für die Fusion mit der New Yorker Börse NYSE angedient wurden, gaben um 3,99 Prozent auf 39,365 Euro nach. Die anderen, die nicht angeboten wurden, büßten mehr als zehn Prozent ein. Sie reagierten damit auf die Absage an einen Zwangsausschluss für die Aktionäre, die ihre Anteilsscheine noch nicht für die Fusion getauscht haben. Laut einem Händler hatte der Börsenbetreiber eine solche Maßnahme vormals nicht ausgeschlossen. Die Commerzbank-Titel waren mit minus 8,69 Prozent auf 1,671 Euro schwächster Dax-Wert, Deutsche Bank sackten um 7,25 Prozent auf 23,085 Euro ab. Händler begründeten dies mit den neuesten Nachrichten zu Griechenland und der allgemeinen Schwäche im Bankensektor, der europaweit die schwächste Branche war.

Der EuroStoxx 50 büßte 4,15 Prozent auf 2073,67 Punkte ein. Die nationalen Indizes in Paris und London schlossen ebenfalls sehr schwach. An der New Yorker Börse gab der Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsschluss um mehr als zwei Prozent nach.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,62 Prozent (Vortag: 1,70 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,43 Prozent auf 130,58 Punkte. Der Bund Future gewann 1,03 Prozent auf 137,86 Punkte. Der Kurs des Euro sackte auf 1,3653 US-Dollar ab. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 1,3817 (1,4044) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7238 (0,7121) Euro gekostet.

dpa

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