Gesundheit

Erhöht der Tomaten-Strunk das Krebs-Risiko? Die Wahrheit hinter dem Mythos

Tomaten gehören für die meisten zu einer gesunden Ernährung dazu. Doch - der Strunk soll das Krebs-Risiko erhöhen. Was ist dran am Mythos?

  • Tomaten liefern wichtige Nährstoffe.
  • Das Gemüse enthält Kalium, Ballaststoffe und Vitamin C.
  • Der Tomaten-Strunk soll angeblich das Krebs-Risiko erhöhen.

Kassel - Tomaten sind das meist verzehrte Gemüse in Deutschland. Laut Statista lag der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2018/2019 bei 27,2 Kilogramm - trotz Mythos. Denn: Der Tomaten-Strunk soll das Krebs-Risiko erhöhen.

Krebs-Gefahr? Tomaten-Strunk enthält schädliches Gift

Tomaten enthalten nicht nur gesunde Nährstoffe wie Kalium, Ballaststoffe oder Vitamin C. Im Tomaten-Strunk ist auch eine giftige Substanz enthalten.

In weiten Teilen der Bevölkerung herrscht zudem die Vermutung vor, dass das Gift auch Krebs hervorrufen kann. Die Substanz nennt sich Solanin und kommt im grünen Stängelansatz und in grünen Stellen auf der Frucht vor.

Das Krebs-Risiko steigt nicht durch Tomaten-Strunk

Bei Solanin handelt es sich um ein Gift, das gerade früher häufig zu Vergiftungen geführt hat. Nicht nur in Tomaten ist das Gift enthalten, sondern auch in grünen Stellen an Kartoffeln. Die heutigen Tomaten sind allerdings so gezüchtet, dass sie einen sehr geringen Anteil an Solanin haben. Bei der geringen Giftmenge droht also keine Vergiftungsgefahr.

Obwohl Solanin giftig ist, handelt es sich bei der Krebs-Gefahr um einen reinen Mythos. Wissenschaftliche Belege gibt es für diese Vermutung nicht.

Tomanten-Strunk: Es besteht keine Krebs-Gefahr

Auch das Bundeszentrum für Ernährung (bzfe) warnt vor dem giftigen Solanin, auch wenn es nicht Krebs fördernd ist. In Tomaten kommt der Pflanzenschutzstoff vor allem in den grünen Pflanzenteilen - also in Stängeln und Blättern - vor.

Der Stoff soll Schädlinge abwehren und deren Schimmel- und Bakterienwachstum hemmen. Das Gift ist im Strunk, im Stielansatz und in unreifen Früchten enthalten.

Giftig: Solanin in Tomaten erregt keinen Krebs

Unreife Tomaten enthalten bis zu 32 Milligramm Solanin auf 100 Gramm Frucht, so das Bundeszentrum für Ernährung. Auch wenn Solanin keinen Krebs auslösen kann, wird es doch ab einer zu hohen Konzentration gefährlich für den menschlichen Körper.

Laut dem Bundeszentrum treten ab einer Dosis von einem Milligramm je Kilogramm Körpergewicht die ersten Vergiftungserscheinungen auf. Das sind die typischen Symptome:

  • Kopfschmerzen
  • Magenschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Kratzen und Brennne im Hals

In besonders schweren Fällen kann es auch zu Schädigungen des zentralen Nervensystems kommen. Aber auch Störungen der Kreislauf- und Atemtätigkeit sind möglich. Eine Vergiftung ist allerdings sehr selten.

Sollte es doch zu einer Vergiftung kommen, machen sich die Symptome vier bis 19 Stunden nach der Aufnahme bemerkbar. In extremen Fällen kann die Vergiftung sogar zum Tod führen. Hierfür sind zwischen drei und sechs Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht notwendig.

Tomaten birgen keine Krebs-Gefahr

Das Gift Solanin kommt vor allem in unreifen Tomaten vor. In vollreifen sind nur noch 0 - 0,7 Milligramm enthalten. Die höchste Konzentration von dem Gift befindet sich allerdings im grünen Stielansatz, der nicht gegessen werden sollte. Zudem rät das Bundeszentrum für Ernährung vom Verzehr unreifer Früchte ab.

Tomaten-Strunk erhöht das Krebs-Risiko nicht.

Das Gift ist hitzestabil. Deswegen wird der Gift-Gehalt in den Tomaten auch durch Braten oder Kochen nicht verringert. Das Zentrum verweist zudem darauf, dass auch das Schälen der Früchte den Gehalt nur geringfügig reduziert.

Krebs in Tomaten: Bereits Dinos kämpften mit Krebs

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Forscher haben in Pommes einen Stoff nachgewiesen, der Krebs verursachen kann. Durch eine bestimmte Zubereitung kann man das Risiko vermindern.

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Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst

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