Top-Manager kassierten 2010 richtig ab

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VW-Boss Martin Winterkorn verdient 9,3 Millionen Euro im Jahr.

Frankfurt/Main - Der Konjunkturmotor ist 2010 wieder angesprungen. Und prompt steigen die Gehälter der Top-Manager. Spitzenverdiener Martin Winterkorn (VW) erhält fast doppelt so viel wie der Durchschnitt.  

Der Wirtschaftsaufschwung hat den deutschen Top-Managern 2010 üppige Gehaltszuwächse beschert. Während die Arbeitnehmerlöhne nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 2,7 Prozent zulegten, stiegen die Vergütungen der Vorstandsmitglieder von DAX-Konzernen um fast 22 Prozent. Das geht aus einer am Donnerstag in Frankfurt am Main vorgestellten Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervor.

Durchschnittlich verdienten die Vorstandsmitglieder der DAX-Konzerne 2010 demnach rund 2,9 Millionen Euro. Das Gehalt der Konzernchefs belief sich im Mittel auf 4,5 Millionen Euro. Spitzenreiter war der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn mit 9,3 Millionen Euro. Doch auch die Vorstände kleinerer Unternehmen profitierten von der Konjunkturerholung. Die Vergütung der MDAX-Vorstände stieg der Studie zufolge um 18 Prozent auf durchschnittlich 1,55 Millionen Euro.

Die höchsten Manager-Abfindungen

Die höchsten Manager-Abfindungen
Andreas Kley. Posten: Finanzchef der Siemens-Kraftwerkssparte. Abgang: 2004. Abfindung: 1,7 Millionen Euro. © AP
Die höchsten Manager-Abfindungen
Thorsten Grenz. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mobilcom. Abgang: 2005. Abfindung: 2,45 Millionen Euro. © dpa
Die höchsten Manager-Abfindungen
Kai-Uwe Ricke. Posten: Chef der Telekom. Abgang: 2006. Abfindung: 2,5 Millionen Euro © AP
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Jürgen Sengera. Posten: West LB -Chef. Abgang: 2003. Abfindung: 3,25 Millionen Euro. © dpa
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Ulrich Schumacher. Posten: Chef des Chipherstellers Infineon. Abgang: 2004: Abfindung: 5,25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Lederer. Posten: Chef von Babcock-Borsig (Maschinenbau- und Energietechnikkonzern). Abgang: 2002. Abfindung: 6 Millionen Euro. (Zahlte die Babcock-Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft) © dpa
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Klaus Kleinfeld. Posten: Siemens-Chef. Abgang: 2007. Abfindung: 6,1 Millionen Euro. © dpa
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Udo Stark. Posten: Chef des Immobilienkonzerns Agiv. Abgang: 2000. Abfindung: 6,4 Millionen Euro. © dpa
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Hubertus Erlen. Posten: Chef des Pharmakonzerns Schering. Abgang: 2006. Abfindung: 6,6 Millionen Euro. © dpa
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Thomas Holtrop: Posten: T-Online-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 7 Millionen Euro. © AP
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Bernd Pischetsrieder. Posten: BMW -Chef. Abgang: 1999. Abfindung: 7,5 Millionen Euro. © dpa
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Utz Claassen. Posten: Chef des Energie-Riesen EnBW. Abgang: 2007. Abfindung: 8 Millionen Euro. © dpa
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Werner Seifert. Posten: Vorstandschef der Deutschen Börse. Abgang: 2005. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Wolfgang Urban. Posten: Karstadt-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Ron Sommer . Posten: Telekom-Chef (brachte die Telekom-Aktie an die Börse). Abgang: 2002. Abfindung: 11,6 Millionen Euro. © dpa
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Harry Roels. Posten: Chef des Energiekonzerns RWE. Abgang: 2007. Abfindung: 12 Millionen Euro. © dpa
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Holger Härter . Posten: Porsche-Finanzchef. Abgang: 2009. Abfindung: 12,5 Millionen Euro. © dpa
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Kajo Neukirchen. Posten: Chef des Anlagenbauers MG Technologies. Abgang: 2003. Abfindung: 13,2 Millionen Euro. © AP
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Mark Wössner. Posten: Bertelsmann-Chef. Abgang: 2000. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Dieter Ammer. Posten: Chef bei der Brauerei Beck und Co. Abgang: 2003. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Clemens Börsig. Posten: Finanzchef der Deutschen Bank. Abgang: 2006. Abfindung: 17 Millionen Euro. © dpa
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Hans-Joachim Körber. Posten: Chef der Metro AG. Abgang: 2007. Abfindung: 19,3 Millionen Euro. (Körber bekam keine Abfindung im eigentlichen Sinn. Das G eld erhielt er aus der Fortzahlung seiner Vergütung und über Rentenansprüche). © dpa
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Klaus Zumwinkel. Posten: Chef der Postbank. Abgang: 2009. Abfindung: 20 Millionen Euro © dpa
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Thomas Middelhoff. Posten: Chef bei Bertelsmann. Abgang: 2002. Abfindung: 25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Esser. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mannesmann (wurde von Vodafone übernommen). Abgang: 2000. Abfindung: 30 Millionen Euro. © dpa
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Wendelin Wiedeking. Posten: Chef von Porsche . Abgang: 2009. Abfindung: 50 Millionen Euro, von der die Hälfte in eine soziale Stiftung geht. © dpa
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Robert „Bob“ Eaton. Posten: Chef von Chrysler . Abgang: 2000. Abfindung: 60 Millionen Euro. © AP
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Frank Newman. Posten: Chef der US-Bank Bankers Trust (wurde von der Deutschen Bank übernommen). Abgang: 1999. Abfindung: 85 Millionen Euro. © AP
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Bruce Karatz. Posten: Chef des Baukonzerns KB Home. Abgang: 2006. Abfindung: 175 Millionen Dollar. © AP
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Richard Grasso: Posten: Chef der New Yorker Börse „New York Stock Exchange“. Abgang: 2003. Abfindung: 187 Millionen Dollar. © AP
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Robert Nardelli. Posten: Chef der US-Baumarktkette Home Depot. Abgang: 2007. Abfindung: 210 Millionen Dollar. © AP
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Hank McKinnell. Posten: Chef des US-Pharmariesens Pfizer (stellt Viagra her). Abgang: 2006. Abfindung: 213 Millionen Dollar. © AP
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Lee Raymond. Posten: Chef des Öl-Multis Exxon Mobil. Abfindung: 351 Millionen Dollar. © AP

“Die Vorstandsvergütung in den DAX-Unternehmen liegt insgesamt auf einem sehr hohen Niveau“, sagte der DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker und warnte vor neuen Gehaltsrekorden. “Wir sind der Überzeugung, dass Managergehälter über zehn Millionen Euro per anno nicht angemessen sind. Sie können den sozialen Frieden gefährden.“

Gleich vier deutsche Topmanager liegen nach Angaben des DSW mit ihren Vergütungen nur noch knapp unter dieser Marke: Neben Volkswagen-Chef Winterkorn sind dies Josef Ackermann von der Deutschen Bank, Peter Löscher von Siemens und Dieter Zetsche von Daimler. Alle drei Konzernchefs verdienten laut DSW im vergangenen Jahr knapp neun Millionen Euro.

Im internationalen Vergleich im Mittelfeld

Im internationalen Vergleich belegen die deutschen Manager mit ihren Einkünften trotz der Zuwächse aber keine Spitzenpositionen. Die Vergütung liege auf einem mittleren Niveau zwischen Frankreich, wo Vorstände großer Konzerne im Durchschnitt drei Millionen Euro verdienten, und der Schweiz mit Bezügen von 5,3 Millionen Euro, sagte Hocker. Nach wie vor würden Vorstände in den USA mit durchschnittlich zwölf Millionen Euro am höchsten bezahlt. Disney-Chef Robert Iger verdiente laut DSW 2010 sogar rund 21 Millionen Euro.

Kritik übten die Aktionärsschützer an der mangelnden Transparenz einiger Vergütungssysteme. Außerdem seien die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex, die Vergütung stärker an der langfristigen Unternehmensentwicklung auszurichten, bislang weniger stark umgesetzt worden als erhofft. Nach wie vor dominierten die kurzfristigen Boni.

Zwischen den DAX-Konzernen gab es allerdings große Unterschiede in der Bezahlung der Vorstandsmitglieder. Am besten verdienten mit durchschnittlich 6,5 Millionen Euro die Vorstände der Deutschen Bank. Dagegen kassierten ihre Kollegen bei Beiersdorf und der Commerzbank im Durchschnitt weniger als eine Million Euro.

dapd

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