K+S verliert Kalivorstand Andreas Radmacher

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Das Geschäft mit Kali- und Magnesiumdünger ist eines der beiden Kernsparten von K+S. Jetzt trennen sich der nordhessische Dax-Konzern und sein Kali-Vorstand: Andreas Radmacher geht zum Monatsende.

Aktualisiert um 17.45 Uhr

Kassel. Der Kasseler Düngemittel- und Salzproduzent K+S verliert seinen Kali-Vorstand: Andreas Radmacher verlässt das Unternehmen zum Monatsende. Der Manager und der Aufsichtsrat hätten sich „einvernehmlich darauf verständigt’“, das auslaufende Vorstandsmandat nicht zu verlängern, teilte K+S gestern mit. Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird Konzernchef Norbert Steiner Radmachers Aufgaben übernehmen.

Trennung von K+S: Andreas Radmacher (50) Foto: K+S

Der promovierte Ingenieur Radmacher, der aus Dortmund stammt und in Clausthal-Zellerfeld und Aachen Bergbau studierte, verantwortete seit September 2013 das größere der beiden Kerngeschäftsfelder von K+S. Kali- und Magnesiumprodukte steuerten 2014 rund 1,8 Milliarden Euro zum Konzernumsatz von 3,8 Milliarden Euro bei, auf das Geschäftsfeld Salz entfielen 1,7 Mrd. Euro. Zahlen für 2015 will K+S am 10. März vorlegen. Zugleich ist die Kalisparte wesentlich profitabler als das Salzgeschäft. Fast 26 Prozent des Umsatzes blieben 2014 als Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) übrig, Salz brachte es auf knapp zehn Prozent. Doch trotz zweistelliger Renditen ist die Kali-Welt nicht mehr in Ordnung. Die Preise dümpeln auf Tiefständen. Gegenwärtig kosten nach Angaben des Branchendienstes Argus FMB Potash größere Mengen granulierten Kaliumchlorids in Brasilien etwa 235 Dollar (213,50 Euro) pro Tonne, in Europa 275 Euro. Im September 2013 waren es noch mehr als 350 Dollar.

Zwar stellt K+S auch Düngemittelspezialitäten her, die sich teurer verkaufen lassen, legte aber ein Sparprogramm zur Kostensenkung auf. Für 2015 erwartet Konzernchef Steiner, dass das Ebit mit mindestens 780 Mio. Euro deutlich besser ausfällt als im Vorjahr. Für weitere Unruhe im Konzern sorgte der Versuch des Konkurrenten Potash, K+S zu übernehmen.

Problem Abwässer

Einen geruhsamen Posten wird Radmachers Nachfolger also kaum haben, zumal den Konzern noch ein anderes Problem umtreibt: Das Tauziehen um die Entsorgung von Kali-Abwässern und ihre Einleitung in die Werra. Die Versenkung im Dolomit-Gestein ist ein Auslaufmodell, die diskutierte Entsorgungspipeline zur Nordsee ad acta gelegt und die Alternative, eine Leitung zur Oberweser, noch längst nicht entschieden.

Radmacher, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, habe in der Kalisparte viel verändert, heißt es aus dem Umfeld des Managers: „Er hat frischen Wind hineingebracht“. Einer seiner Erfolge war der erste Großauftrag, den er für das in Kanada entstehende Kali-Bergwerk Legacy an Land zog: In der Heimat des Konkurrenten Potash verkauft K+S künftig jährlich 500 000 Tonnen Kalidünger an einen US-Konzern.

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