US-Präsident tobt

Trumps Mitschuld: Kommentar zu Stellenabbau bei General Motors

Der größte Autobauer der USA, General Motors, plant Fabrikschließungen und den Abbau von Tausenden von Stellen. US-Präsident Donald Trump tobt und droht. Doch er ist mit Schuld an der Misiere. Ein Kommentar von Barbara Will.

Wenn sich General Motors mit Jobabbau und Fabrikschließungen fit für die Zukunft machen will, muss sich der Autobauer fragen lassen, ob er die Zeichen der Zeit nicht zu spät erkannt hat. Die Konkurrenten stecken Milliarden in die Elektromobilität, und in Silicon Valley arbeiten High-Tech-Firmen an selbstfahrenden Autos. Wenn US-Präsident Donald Trump aber die GM-Pläne mit Wutausbrüchen und Drohungen quittiert, übertönt er damit seine Mitschuld: Sein Wirtschaftskurs ist der eines kurzsichtigen Fahrers.

Mit Einfuhrzöllen die Produktion der eigenen Industrie ankurbeln zu wollen, ist in einer Welt der vernetzten Warenströme vollkommen naiv. Die Autobauer leiden unter den gestiegenen Kosten für Stahl- und Aluminium. Die Strafzölle, mit denen sich der riesige Markt China revanchiert, bremsen zugleich ihre Ausfuhren. Steuerentlastungen für Unternehmen fangen das nicht auf – zumal auch Steuervermeider davon profitieren. Erst vor Kurzem hat der Online-Riese Amazon vorgemacht, wie man sich die Standortwahl mit Subventionsmilliarden vergolden lässt.

Dass mit General Motors die Industrie-Ikone den Kahlschlag plant, die der Staat einst mit Milliarden vor der Pleite bewahrt hat, entbehrt nicht der Ironie. Und mehr noch: Die Arbeiter, denen die Arbeitslosigkeit droht, sind Trumps Wähler, denen er versprochen hatte, verlorene Jobs zurückzuholen.

Rubriklistenbild: © Koch

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