Nach Sexismus-Vorwürfen

Uber-Verwaltungsrat beschließt neue Führungskultur

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Travis Kalanick, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Fahrdienstanbieters Uber. Foto: Will Oliver/Archiv

Nach der Untersuchung zu Sexismus-Vorwürfen bei Uber soll ein Maßnahmen-Paket für Wandel sorgen. Details hält der Fahrdienst noch zurück - aber laut Medienberichten könnte ein Top-Manager gehen. Und Uber-Chef Kalanick denke über einen mehrmonatigen Urlaub nach.

San Francisco (dpa) - Der Verwaltungsrat von Uber hat nach der Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung ein Paket von Gegenmaßnahmen beschlossen, will Details aber erst am Dienstag veröffentlichen.

Die Vorschläge der Untersuchungskommission unter Leitung des früheren US-Justizministers Eric Holder seien einstimmig verabschiedet worden, erklärte der Fahrdienst-Vermittler nach den Beratungen in der Nacht zum Montag. Ihr Inhalt solle aber zunächst am Dienstag der Belegschaft vorgestellt werden.

Am Sonntag hatte es in Medienberichten geheißen, Uber-Chef Travis Kalanick könne für drei Monate beurlaubt werden. Der Verwaltungsrat habe zwar darüber gesprochen, aber die Entscheidung Kalanick selbst überlassen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Es sei unklar, ob es dazu kommen werde. Ein mehrmonatiger Urlaub für Kalanick könnte außerhalb des Unternehmens auch als Bestrafung aufgefasst werden. Zudem wäre unklar, wie in dieser Zeit die Führung bei Uber geregelt werden soll.

Das "Wall Street Journal" und die "New York Times" schrieben auch, Top-Manager Emil Michael, ein enger Vertrauter Kalanicks, könnte nach dem Untersuchungsbericht den Hut nehmen. Michael stand bereits in der Kritik, seit er 2014 in einem vermeintlich vertraulichen Gespräch darüber fantasiert hatte, wie man das Privatleben einer kritischen Journalistin ausforschen könnte.

Uber und Kalanick gerieten in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck. Das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie berüchtigte Unternehmen musste eine tiefgreifende Untersuchung einleiten, nachdem eine ehemalige Software-Entwicklerin von sexuellen Belästigungen und Diskriminierung berichtete. Unter anderem schrieb sie, ein Vorgesetzter habe Sex von ihr gewollt - und sei unbestraft geblieben, nachdem sie das gemeldet habe. Die Ermittlungen wurden vom ehemaligen Justizminister Holder geleitet, der heute bei einer Anwaltskanzlei arbeitet. In einem ersten Schritt waren rund 20 Mitarbeiter entlassen worden.

Mitgründer und Chef Kalanick musste sich zudem rechtfertigen, nachdem ein Video veröffentlicht worden war, in dem er hitzig mit einem Uber-Fahrer diskutierte. Kalanick versprach danach, künftig erwachsener zu agieren und in den vergangenen Monaten wurde nach einer starken Nummer zwei für ihn gesucht. Kalanick durchlebt gerade zudem eine persönliche Tragödie: Seine Mutter starb vor wenigen Wochen bei einem Bootsunfall, sein Vater wurde dabei schwer verletzt. Der Uber-Chef verbringe deswegen derzeit viel Zeit mit seinem Vater, hieß es in Medienberichten.

Bericht der "New York Times"

Bericht im "Wall Street Journal"

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