Übergangslösung für IWF-Chef gefordert

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Über seinen Nachfolger wird diskutiert: Dominique Strauss-Kahn.

Washington - Obwohl die Schuld von Dominique Strauss-Kahn nicht erwiesen ist, rücken die USA vom IWF-Chef ab. Die Nachfolgedebatte ist weltweit in vollem Gang.

Die USA als wichtigstes Geberland des Internationalen Währungsfonds sind vom verhafteten IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn abgerückt. US-Finanzminister Timothy Geithner forderte eine Übergangslösung für die IWF-Führung. Strauss-Kahn sei “offensichtlich nicht in der Lage“, den IWF zu lenken, sagte Geithner in New York. “Es ist wichtig, dass der Verwaltungsrat formell jemanden für eine Übergangszeit einsetzt, der als geschäftsführender Direktor agieren kann“, zitierte das “Wall Street Journal“ den Politiker.

Geithner sagte zudem, er sei zuversichtlich, dass der IWF trotz der gegenwärtigen Herausforderung seine Rolle in der Finanzwelt spielen werde. “Da passiert gerade eine Menge in der Welt, und da möchte man, dass der Währungsfonds hilfreich ist“, sagte Geithner. “Ich bin aber überzeugt, dass er dazu in der Lage sein wird.“ Der IWF hatte zuvor Strauss-Kahns Stellvertreter John Lipsky mit der Führung der Geschäfte beauftragt.

Bunga Bunga ist überall - Sexaffären prominenter Männer

Sexaffären machen prominenten Männern seit eh und je zu schaffen. Von Bill Clinton über Silvio Berlusconi bis zu Wikileaks-Gründer Julian Assange. Klicken Sie sich durch: © dpa
In die Geschichte eingegangen ist Bill Clintons Satz: “I did not have sexual relations with that woman“ - ich habe keine sexuelle Beziehung zu dieser Frau gehabt, so beteuerte der damalige US-Präsident seine Unschuld. Dass Monica Lewinsky aber viel mehr als nur eine Praktikantin im Weißen Haus war, konnte die Öffentlichkeit dann en détail erfahren. Der Seitensprung im Oval Office mündete in einem Amtsenthebungsverfahren, das scheiterte. Clintons Ansehen hat die Lewinsky-Affäre langfristig wenig geschadet. © ap
Anders sieht das bei Italiens Regierungschef Berlusconi aus. Dessen Triebe halten zwar die Welt bei Laune, dem Image Italiens schaden die Enthüllungen über wilde “Bunga Bunga“-Sexpartys allerdings enorm. Berlusconi wird nicht nur als lüsterner Greis verspottet. Seit April steht er wegen der Affäre um die Prostituierte “Ruby“ vor Gericht. Der Ausgang von “Rubygate“ ist ungewiss. © dpa
Nur selten endet es für die mächtigen Männer im Gefängnis. Eine Ausnahme ist der Fall des israelischen Ex-Präsidenten Mosche Katzav, der wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen im März zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde. © dpa
Wikileaks-Gründer Julian Assange wehrt sich seit Monaten gegen eine Auslieferung an Schweden, wo er ungeschützten Sex mit zwei Frauen gehabt haben soll. Er sieht eine Verschwörung gegen sich wegen seines Enthüllungsportals Wikileaks. © dpa
Doch nicht nur in der Politik, auch im Showgeschäft, im Sport und in der Wirtschaft scheint die Sexaffäre die unverwüstliche Begleiterin der Macht zu sein: Bei VW ließen sich Betriebsräte Prostituierte vom Konzern bezahlen - das Unternehmen hatte deshalb eine handfeste Krise durchzustehen. © dpa
Golfer Tiger Woods opferte nicht nur seine Ehe sondern auch seine Karriere für seine Sexlust. © Getty
Starregisseur Roman Polanski soll in den 70er Jahren eine Minderjährige zum Sex verführt haben. In der Schweiz stand er erst kürzlich im Zusammenhang mit dem Fall unter Hausarrest. © dpa
Und Jörg Kachelmann ist nicht mehr der witzige Wettermoderator, seit er wegen Vergewaltigungsvorwürfen auf der Anklagebank am Landgericht Mannheim sitzt. © dpa
Frauen scheinen ihre Triebe dagegen eher im Griff zu haben - oder sie sind schlicht diskreter. Doch auch hier gibt es Fälle. So etwa Iris Robinson, die Frau des nordirischen Ministerpräsidenten, die sich von einem Teenager hinreißen ließ. Ausbaden musst es allerdings vor allem ihr Mann: Peter Robinson musste vorübergehend sein Amt abgeben. © dpa

Strauss-Kahn ist wegen sechs Straftaten angeklagt. Er soll am Samstag ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel überfallen und bedrängt haben. Dafür drohen ihm 25 Jahre Haft. Derzeit sitzt er auf einer Gefängnisinsel in New York ein.

Unterdessen ist die Nachfolgedebatte in vollem Gang: Zu den Namen, die für den IWF-Chefposten genannt werden, gehören Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde und der britische Ex-Premier Gordon Brown. Als mögliche deutsche Kandidaten im Gespräch sind Thomas Mirow, der Chef der in London ansässigen Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, sowie der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Politiker der Koalitionsfraktionen Union und FDP sprachen sich ebenso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für einen Europäer auf dem IWF-Chefsessel aus.

Bisher besetzen die Europäer den IWF-Chefposten mit Sitz in Washington. Im Gegenzug steht bislang stets ein Amerikaner an der Spitze der Weltbank. Inzwischen haben aber aufstrebende Volkswirtschaften wie China, Indien und Brasilien mehr Einfluss beim IWF und wollen künftig auch Führungspositionen besetzen.

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega sprach sich dafür aus, dass Kandidaten aus Entwicklungs- und Schwellenländern diesmal durchaus in Betracht kommen müssten. Zu den kursierenden Namen aus aufstrebenden Schwellenländern gehören der türkische Ex-Minister Kemal Dervis, Südafrikas Ex-Finanzminister Trevor Manuel sowie der mexikanische Zentralbank-Governeur Agustín Carstens.

Der IWF ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der IWF eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der Währungsfonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal.

dpa

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