Überheblichkeit und Anspruch: Typische Absolventen-Fehler

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Top-Ausbildung und ganz schöne gute Noten: Da wird das Gegenüber ja wohl angemessen beeindruckt sein? Manchen Personaler nervt das übertriebene Anspruchsdenken junger Absolventen. Foto: Monique Wüstenhagen

Schlabberpulli und schlechte Tischmanieren: Wer an Etikette-Fehler denkt, assoziiert damit häufig diese Dinge. Doch gutes Benehmen geht noch weiter. Eine Personalerin erzählt von drei großen Fauxpas junger Absolventen.

Berlin (dpa/tmn) - Sie kauen Kaugummi im Bewerbungsgespräch oder kommen statt im Anzug in Jeans: Solche Missgeschicke passieren jungen Bewerbern immer wieder.

Trotzdem: "Die meisten sind super vorbereitet, haben tolle Fragen und sind angemessen angezogen", sagt Christa Stienen, Vize-Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager. Beim Thema Missgeschicke in Sachen gutes Benehmen denkt sie eher an diese drei Punkte:

Überheblichkeit: Bachelor an einer Top-Uni und danach noch eine Business-School absolviert. Viele Absolventen sind heute außergewöhnlich gut ausgebildet. In der Folge kann Selbstüberschätzung ein Problem sein. "Mancher will sofort die ganze Organisation umkrempeln, oder er hat die Vorstellung, gleich CEO zu werden", sagt Stienen. Praxis-Erfahrung in einem größeren Umfang haben die Absolventen aber nicht. Und bei manchem fehlt auch die Bereitschaft, sich auf die Unternehmenskultur einzulassen. Stienen rät, sich die Zeit zu nehmen, sich erst einmal in der Unternehmenskultur zurechtzufinden.

Anspruchsdenken: Knackige Vorstellungen beim Gehalt und der Wunsch, schnell viel gestalten zu können: Die Ansprüche mancher Absolventen sind ganz schön hoch. Gleichzeitig lässt die Arbeitsmoral bei dem einen oder anderen nach der Probezeit spürbar nach. So etwas mache einen schlechten Eindruck, und der häufig so ersehnte Aufstieg im Unternehmen wird dadurch verwehrt, sagt Stienen. Sie rät: Die Ansprüche müssen mit der Leistung übereinstimmen. Das bedeutet auch, erst einmal anpacken!

Ob Absolventen nach dem BWL-Studium in einem Rüstungsunternehmen anfangen oder bei einer Umweltorganisation durchstarten wollen, macht einen Unterschied. Bei so einem plakativen Beispiel ist das offensichtlich. Stienen beobachtet jedoch nicht selten, dass Absolventen sich mit der Branche, in die sie sich bewerben wollen, gar nicht ausreichend beschäftigt haben. Wer nicht plausibel darlegen kann, warum er sich in der jeweiligen Branche bewirbt, macht einen schlechten Eindruck. Sie rät daher, sich klarer darüber zu werden: Wo will ich eigentlich hin? Was passt zu mir und was sind meine Werte?

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