Siemens hatte schon 2004 Interesse am Konzern

Übernahmepoker um Alstom: Franzosen bestätigen Angebot von GE

Paris. Ist das die Vorentscheidung im Übernahmepoker um den französischen Industriekonzern Alstom? US-Rivale General Electric bietet mehr als 12 Milliarden Euro für die Energietechnik der Franzosen. Doch was spricht eigentlich für die einzelnen Bewerber?

Bereits 2004 hatte Siemens versucht, sich Teile des schwer angeschlagenen Alstom-Konzerns zu sichern. Damals scheiterten die Münchner. Jetzt stehen die Chancen günstiger.

Drei Gründe für Siemens:

Angst vor General Electric: Die Führung des französischen Alstom-Konzerns aus den USA heraus – das kann sich die Regierung in Paris nicht vorstellen. Mit Siemens entstünde ein europäischer Riese wie Airbus.

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Zwei Riesen: Siemens würde zu einem global führenden Konzern im Energiegeschäft. Alstom wäre mit der Übernahme der Siemens-Zugsparte ein Schwergewicht im Bahngeschäft mit den Hochgeschwindigkeitszügen ICE und TGV.

Jobgarantie: Alstom beschäftigt in Frankreich 18.000 seiner 93.000 Mitarbeiter. Siemens will offenbar eine Jobgarantie für drei Jahre geben.

Drei Gründe für General Electric:

Die französische Regierung wehrt sich gegen den US-Konzern. Gewerkschafter warnen vor einer Zerschlagung der Industriekapazitäten. Doch General Electric (GE) wäre kein unpassender Partner für Alstom.

Finanzstark: Allein außerhalb der USA hat GE 60 Milliarden Dollar (43,4 Mrd. Euro) gehortet. Damit ließe sich die Übernahme von 13 Mrd. Dollar problemlos stemmen.

Lückenschluss: Die Geschäftsbereiche von Siemens und Alstom überschneiden sich teilweise. GE hingegen fehlen Produkte im Bereich der Stromübertragung im Hochspannungsbereich, in der Umspanntechnik und bei Offshore-Windparks.

Zugallianz: Das Zuggeschäft in Europa und den USA könnte sich ergänzen. GE hätte genügend Geld, um in Forschung und Entwicklung zu investieren. (wll)

Rubriklistenbild: © AFP

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