Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr rückläufig, aber höher als von Analysten angenommen

SMA übertrifft alle Erwartungen

Die Nachfrage steigt, und die Produktion läuft wieder besser: Unser Foto zeigt Sven Stöckel, Marcel Günther und Osman Bülbül bei ihrer Arbeit am Wechselrichter-Teststand. Fotos: Koch

niestetal. Der Solartechnik-Hersteller SMA in Niestetal (Kreis Kassel) hat alle Erwartungen übertroffen. Zwar sank der Umsatz im ersten Halbjahr infolge der der Solarförderkürzung im Inland und auf anderen wichtigen europäischen Märkten um 12,4 Prozent auf 715 Millionen Euro. Aber die meisten Analysten hatten mit einem wesentlich stärkeren Rückgang gerechnet.

Vor diesem Hintergrund bekräftigte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr. Wie berichtet, peilt SMA einen Umsatz von 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 315 bis 475 Mio. Euro an. Das entspräche einer Ebit-Marge von 21 bis 25 Prozent - deutlich mehr als bei anderen Industrie-Unternehmen. Das hörten die Anleger gern. Die SMA-Aktie legte in der Spitze um 19,3 Prozent zu und ging mit einem Plus von 18,3 Prozent auf 73,10 Euro aus dem Handel. Damit machte das Papier nahezu den gesamten Verlust der vergangenen vier Wochen wett.

Erwartungsgemäß sank auch das Ebit von fast 220 Mio Euro im Vorjahreszeitraum auf 103,7 Mio. Euro. Daraus resultiert ein Reingewinn von 73,5 Mio. Euro nach 158,2 Mio Euro in den ersten sechs Monaten des Boomjahres 2010, als viele Hauseigentümer angesichts bevorstehender Förderkürzungen Solaranlagen orderten. Die Reingewinn-Marge ist zwar ebenfalls gesunken, liegt aber mit 10,3 Prozent noch deutlich über der von vielen Industrie-Unternehmen.

Urbon begründete das gute Abschneiden von SMA auf den insgesamt schwierigen Märkten mit dem unerwartet dynamischen Inlandsgeschäft und der sehr positiven Entwicklung in Nordamerika. „Die internationale Präsenz hat uns sehr geholfen“, sagte er. Das belegen die Zahlen. 56,3 Prozent des Umsatzes machten die Niestetaler im ersten Halbjahr im Ausland. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 36,4 Prozent. Dabei entwickelten sich alle Segmente positiv. SMA bietet vom kleinen Wechselrichter für Eigenheime bis hin zu Großanlagen für Solarkraftwerke die gesamte Palette für alle Anwendungen an. Sie wandeln den in Solaranlagen gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom.

Für dass zweite Halbjahr erwartet Urbon eine deutliche Belebung der Nachfrage. Als Gründe dafür nannte er den „breiten Konsens zum Ausbau der Fotovoltaik“, das günstige Zinsniveau und die weiter sinkenden Kosten für Solaranlagen.

SMA beansprucht auf dem Gebiet der Wechselrichter die Technologie- und mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent auch die Weltmarktführerschaft. Die nächst größeren Wettbewerber wie Power One, Fronius, Kaco und Siemens kommen lediglich auf einstellige Marktanteile. SMA beschäftigt mittlerweile mehr als 6500 Menschen, davon 5500 in Nordhessen.

Von José Pinto

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