7,6 Milliarden Euro

Überweisungspanne: KfW kündigt lückenlose Aufklärung an

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Überweisungspanne: Den Schaden durch Transaktionskosten und Zinsausfälle bezifferte der KfW-Vorstand auf 25 000 Euro. Foto: Frank Rumpenhorst

Eine milliardenschwere Überweisungspanne der KfW sorgt für Aufregung. Auch wenn praktisch kein Schaden entstanden ist, machen Vergleiche mit der Lehman-Überweisung die Runde.

Frankfurt/Main (dpa) - Die staatliche Förderbank KfW zieht Konsequenzen aus der milliardenschweren Überweisungspanne. "Der gesamte Zahlungsprozess wird auf den Prüfstand gestellt", sagte KfW-Vorstandsmitglied Günther Bräunig am Mittwoch in Frankfurt bei der Vorstellung der KfW-Bilanz 2016.

Die Förderbank hatte fälschlicherweise 7,6 Milliarden Euro an vier große Banken transferiert. Zunächst war in Finanzkreisen von 5 Milliarden die Rede gewesen.

Bräunig kündigte eine "lückenlose Aufklärung" an. Dabei holt sich die KfW auch Unterstützung von außen durch ein Beratungsunternehmen. Ein vergleichbarer Fehler dürfe nicht wieder vorkommen. "Der Vorstand nimmt den Vorfall sehr ernst", sagte Bräunig in Vertretung des weiterhin erkrankten KfW-Chefs Ulrich Schröder.

Auslöser war den Angaben zufolge ein Fehler eines erfahrenen KfW-Programmierers bei Arbeiten an der IT. Infolge einer fehlerhaften Einstellung habe die Zahlungsverkehrssoftware in einer Wiederholungsschleife am 20. Februar automatisch Mehrfachzahlungen an vier Banken ausgelöst. Ein externer Cyberangriff oder vorsätzliches Verhalten sei auszuschließen, betonte Bräunig. Das Geld sei am nächsten Tag wieder zurückgeholt worden. In der Finanzbranche komme es regelmäßig zu Fehlüberweisungen. Den Schaden durch Transaktionskosten und Zinsen bezifferte der Vorstand auf 25 000 Euro.

"Der Fall schlägt uns reputativ ins Kontor", sei aber nicht mit der Überweisung an die US-Bank Lehman zu vergleichen, sagte Bräunig. Mitten in der Finanzkrise im September 2008 hatte ein bewusst ausgeführter Millionen-Transfer der KfW für Schlagzeilen gesorgt: Eine Überweisung von 320 Millionen Euro an Lehman Brothers am Tag des Insolvenzantrags der US-Investmentbank trug der Förderbank des Bundes und der Länder viel Spott ein.

Die KfW modernisiert ihre IT derzeit umfassend. Bis Ende 2018 soll das Großprojekt abgeschlossen werden. Wegen Risiken für die IT verlangt die Finanzaufsicht Bafin nach KfW-Angaben einen Ausschlag auf die Eigenkapitalquote des Instituts von zwei Prozent.

Im vergangenen Jahr erzielte die KfW einen Gewinn gut 2 Milliarden Euro. Zwar fiel der Überschuss damit niedriger aus als 2015 mit 2,17 Milliarden, er lag aber über den ursprünglichen Erwartungen. Der Start ins laufende Jahr sei sehr erfreulich verlaufen, getrieben vor allem von der Nachfrage nach Wohnungsbaufinanzierungen, erklärte das Instituts. Generell rechnet das Institut mit einem niedrigeren nachhaltigen Ergebnis.

Auch im vergangenen Jahr boomte das Fördergeschäft. Die KfW Bankengruppe sagte Kredite in Höhe von 81 Milliarden Euro zu. Das ist nach der Finanzkrise 2007/2008 der zweithöchste Wert seit dem Rekordjahr 2010 mit einem Fördervolumen von 81,4 Milliarden Euro. Besonders kräftig stieg die Nachfrage nach Wohnungsbaufinanzierungen sowie von Umwelt- und Klimaschutzvorhaben.

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