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Russland: Russland schwimmt im Geld - Dank hoher Energiepreise

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Von: Patricia Huber

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Obwohl Deutschland die Energieimporte aus Russland reduziert hat, sind die Ausgaben gestiegen. Für Öl und Gas wurde mehr als das doppelte bezahlt.

Wiesbaden - Seit Beginn des Ukraine-Krieges wird ein Importverbot von russischem Erdöl und Erdgas heiß diskutiert. Laut Angaben des Wirtschaftsministeriums bezieht Deutschland derzeit immer noch 35 Prozent seines Gases aus Russland. Auch beim Rohöl kamen im vergangenen Jahr 35 Prozent aus dem Land um Regierungschef Wladimir Putin. Deutschlands Devise: unabhängiger werden.

Ukraine-News: Energie-Unabhängigkeit nicht sofort möglich

Nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) könnte Deutschland in diesem Winter einen Boykott russischer Gaslieferungen verkraften. „Wenn wir zum Jahreswechsel volle Speicher haben, wenn zwei der vier von uns angemieteten schwimmenden LNG-Tanker schon am Netz angeschlossen sind und wenn wir deutlich an Energie sparen, können wir im Fall eines Abrisses der russischen Gaslieferungen einigermaßen über den Winter kommen“, sagte er der Wirtschaftswoche laut einer Vorabmeldung. Die Regierung hingegen stellte eine Unabhängigkeit bisher erst „bis Mitte 2024“ in Aussicht. Es geht also nicht von heute auf morgen. Unter LNG versteht man Flüssiggas.

Flüssigerdgas

Flüssigerdgas (LNG) wird eingesetzt, wenn es keine Pipelineverbindung zwischen Hersteller und Abnehmer gibt. Erdgas wird flüssig, wenn es auf -162 Grad Celsius abgekühlt wird. Es ist für gewöhnlich teurer als Pipelinegas.

Das hat zur Folge, dass trotz gesunkener Importmengen an Erdöl und Erdgas trotzdem mehr bezahlt werden muss. Wie das Statistische Bundesamt (DeStatis) mitteilt, bezahlte Deutschland im März 2022 2,4 Milliarden Euro für die begehrten Rohstoffe. Das sind 56,5 Prozent mehr, als noch im März 2021. Die Menge ging hingegen deutlich zurück. Im März 2022 wurden 27,8 Prozent weniger Erdöl- und Gas importiert, als im Vorjahresmonat.

Ukraine-News: Exporte nach Russland stark eingebrochen

Obwohl Deutschland also weniger importiert hat, als im Jahr zuvor, sind die Kosten enorm gestiegen. Das liegt an den stark gestiegenen Rohstoffpreisen.

Die Exporte nach Russland sind stark eingebrochen. Hier dürften auch die verhängten Sanktionen eine bedeutende Rolle spielen. Insgesamt wurde knapp 59 Prozent weniger exportiert, als im Vorjahresmonat. Am größten war der Rückgang bei Maschinen (-73,6 Prozent) und bei chemischen Erzeugnissen (-40,9 Prozent).

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