Umfrage: Deutsche Wirtschaft startet wieder durch

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Bauarbeiter in Berlin. Eine DIHK-Umfrage belegt: Die Bundesrepublik ist wieder der Wachstumsmotor in Europa.

Berlin - Gute Nachrichten: Nach der dramatischen Finanzkrise startet die deutsche Wirtschaft durch. Immer mehr Unternehmen melden glänzende Geschäfte, investieren in die heimische Produktion und schaffen neue Jobs.

Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter mehr als 22 000 Firmen hervor. Die Bundesrepublik sei wieder der Wachstumsmotor in Europa.

“Die Konjunkturerholung beschleunigt sich ­ und das über alle Wirtschaftszweige hinweg“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Dienstag. Weltweit seien deutsche Waren ein Renner: “Der Export erfüllt einmal mehr seine Rolle als Zugpferd und hievt die Wirtschaft aus der Krise.“ Auch der schwache Euro helfe.

Mit einem Rückschlag auf dem Arbeitsmarkt rechnet die Wirtschaft nicht mehr. Im Jahr 2010 würden durchschnittlich 3,2 Millionen Menschen arbeitslos sein. “Das ist der niedrigste Wert seit 1992 ­ und das im ersten Jahr nach der schwersten Wirtschaftskrise seit vielen Jahrzehnten“, erklärte Wansleben in Berlin.

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Erstmals seit zwei Jahren wollen wieder mehr Firmen Arbeitsplätze schaffen als Stellen streichen. Besonders viele neue Jobs entstünden in folgenden Branchen: Zeitarbeit, Informationstechnik, Gesundheit, Luftverkehr, Unternehmens- und Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Ingenieurbüros, Elektrotechnik, Energie, Versicherungen, Leasingunternehmen, Werbewirtschaft, Hotels, Großhandel und Metallverarbeitung.

Im laufenden Jahr rechnet der DIHK mit einem Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent. Das ist deutlich mehr als viele andere Experten und die Bundesregierung erwarten.

In der Umfrage bewerten mehr als ein Viertel der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut (28 Prozent), über die Hälfte als befriedigend (54 Prozent) und nicht einmal jedes fünfte als schlecht (18 Prozent). “Erstmals seit Krisenbeginn überwiegen damit die guten Lageurteile der Unternehmen wieder die schlechten.“

Fast euphorisch ist die Stimmung in der Industrie - dort erreichten die Erwartungen den historisch zweithöchsten Wert in einer DIHK-Umfrage. Der schwache Euro im Vergleich zum US-Dollar macht deutsche Produkte im Nicht-Euro-Ausland billiger und fördert den Absatz. Umgekehrt werden aber Energie-Importe, die in Dollar abgerechnet werden, teurer.

Die Wirtschaft fordert von der schwarz-gelben Bundesregierung, das 80-Milliarden-Sparpaket konsequent umzusetzen. “Die finanzielle Situation in den Haushalten des Staates und auch die Schuldenbremse verbieten ein Zerreden des Themas“, kritisierte Wansleben den Streit in der Koalition.

dpa

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