Umfrage: Deutsche bangen um ihr Erspartes

+
Ihr mühsam Erspartes fürchten viele Deutsche wegen der Schuldenkrise zu verlieren

Mainz - Die Hängepartie im Krisenland Zypern hat die Euro-Schuldenkrise wieder stärker ins Bewusstsein der Deutschen gerufen.

Die Hängepartie im Krisenland Zypern hat die Euro-Schuldenkrise wieder stärker ins Bewusstsein der Deutschen gerufen. Vor allem die Angst der Menschen um ihre Ersparnisse ist deutlich gestiegen, wie das ZDF-„Politbarometer“ und der ARD-„Deutschlandtrend“ zeigen.

Demnach sagt im Zusammenhang mit der Schuldenkrise inzwischen fast jeder Zweite (49 Prozent beim ZDF/48 bei der ARD), dass er sich Sorgen ums Geld mache. Keine Angst haben nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ 39 Prozent und 11 Prozent haben nach eigenen Angaben gar keine Ersparnisse. Die Besorgnis ist im Vergleich zum Juni 2012 deutlich angestiegen, als 39 Prozent solche Befürchtungen äußerten.

Dennoch glauben noch immer 63 Prozent, dass in Deutschland Spareinlagen sicher sind, gut ein Drittel (34 Prozent) bezweifelt dies. Bei der Umfrage wurde die Krise im Euroraum erstmals in diesem Jahr als das bei weitem wichtigste Problem in Deutschland genannt.

Noch skeptischer zeigten sich die Menschen bei einer Meinungsumfrage des Instituts YouGov: Dort bezweifeln 42 Prozent der (1034) Befragten, dass ihre Spareinlagen sicher sind. Neun Prozent horten ihr Geld bereits zu Hause, zwölf Prozent planen das.

Laut ARD-„Deutschlandtrend“ ist mit 59 Prozent die Mehrheit aber nach wie vor der Meinung, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Krise richtig und entschlossen gehandelt hat. 39 Prozent glauben, dass die Union die Kompetenz hat, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Nur für 16 Prozent der Befragten ist die SPD die kompetentere Partei. Das Institut Infratest dimap befragte am 19. und 20. März 1008 Bundesbürger.

Eine Studie der Deutschen Bundesbank hatte ergeben, dass das Vermögen der Deutschen ohnehin geringer ist als das der Nachbarn. Gerade im Euro-Krisenland Spanien, aber auch in Italien hatten die Haushalte nach der Umfrage von 2010/2011 mehr Vermögen angehäuft.

Nach den Zahlen der Bundesbank liegt das mittlere Nettovermögen eines deutschen Haushalts bei 51 400 Euro - und ist damit deutlich weniger als in Frankreich (113 500 Euro), Italien (163 900) oder vor allem in Spanien mit 178 300 Euro.

Ein wichtiger Grund für dieses Gefälle ist allerdings, dass gerade in Spanien deutlich mehr Haushalte eine Immobilie besitzen als in Deutschland: 82,7 Prozent gegenüber 44,2 Prozent hierzulande.

Immobilieneigentümer sind nach der Studie aber auch in Deutschland um ein vielfaches reicher als Haushalte ohne Wohneigentum: „Der Medianwert des Nettovermögens von Eigentümern einer entschuldeten Immobilie liegt in Deutschland bei 255 600 Euro. Bei Eigentümern einer hypothekarisch belasteten Immobilie ergibt sich ein Medianwert von 160 200 Euro. Bei Mieterhaushalten sind es nur 10 300 Euro.“

Und: Seit der Umfrage 2010/2011 sind die Immobilienpreise in Deutschland angezogen, allein im vergangen Jahr nach Zahlen der Bundesbank für 125 deutsche Städten um 5,3 Prozent. In Spanien brachen sie hingegen ein. Nach Daten des Nationalen Statistikamtes gingen die Preise von Anfang 2011 bis Ende 2012 um 12,8 Prozent in den Keller.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.