Boom für Outdoor-Ausrüstung führt auch zum Verkauf des Branchenriesen Timberland

Der Umsatz liegt vor der Tür

Trendbewusst über Stock und Stein: Der Markt für Outdoor-Ausrüstung wächst stark. Auch der Kleidungs- und Schuhhersteller Timberland legte kräftig zu. Foto: dpa

Greensboro. Das Geschäft mit Outdoor-Ausrüstung floriert. Nicht nur Naturburschen rüsten sich mit stark besohlten Trekking-Tretern, Fleece-Pullovern und wasserfesten Jacken aus. Kunden sind auch trendbewusste Großstädter. Outdoor sei heute „eine Lebenseinstellung oder Gegenpol zur Schnelllebigkeit und Technisierung“, heißt es bei dem weltweit tätigen Sportartikelhändler Intersport aus Heilbronn – Stadtleben trifft auf Abenteuerlust.

Bei Intersport entfiel 2010 in Deutschland ein Fünftel des Umsatzes auf die Outdoor-Sparte – das sind 600 Mio. Euro und 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hälfte davon wurde für Kleidung ausgegeben, ein Viertel für Schuhe. Zum Vergleich: Insgesamt wurden 2010 auf dem deutschen Sportmarkt 7,9 Mrd. Euro umgesetzt.

Das lukrative Geschäft mit Wetterkleidung, Wanderstiefeln und Zubehör für Aktivitäten in der Natur lockt auch den US-Bekleidungsriesen VF Group aus Greensboro. Das Unternehmen, das unter anderem Jeans der Marken Lee und Wrangler sowie Eastpack- und Jansport-Rucksäcke herstellt, verleibt sich für zwei Milliarden Dollar (1,41 Mrd. Euro) den börsennotierten Outdoor-Ausrüster Timberland ein. Denn VF-Konzernchef Eric Wiseman will den Umsatz in vier Jahren von derzeit 5,3 Mrd. Euro auf knapp neun Mrd. Euro hochtreiben. Das Outdoor-Geschäft ist mit seinem Flaggschiff The North Face dabei das Zugpferd. Bei der VF Group legt es durchschnittlich 17 Prozent im Jahr zu.

Der Bekleidungs- und Schuhproduzent Timberland passt gut ins Konzept. Das Unternehmen aus New Hamp-shire ist ein Branchenriese. Vom Umsatz von knapp einer Mrd. Euro 2010 blieb ein Gewinn von 68,4 Mio. Euro.

In Deutschland teilen sich überwiegend Mittelständler das Outdoor-Geschäft: Unternehmen wie Mammut, Schöffel und der Wanderschuh-Hersteller Meindl sind meist in Familienbesitz und blicken auf eine lange Tradition zurück.

Gerüchte um Jack Wolfskin

Der VF-Coup, dem die Wettbewerbsbehörden noch zustimmen müssen, dürfte auch die Verkaufsgerüchte um den deutschen Branchenprimus Jack Wolfskin neu anfachen. Das Unternehmen aus dem hessischen Idstein mit 430 Mitarbeitern und 264 Filialen in ganz Europa meldet seit sieben Jahren zweistellige Umsatzzuwächse. Jack Wolfskin gehört den Finanzinvestoren Quadriga und Barclays Private Equity. Für 93 Mio. Euro hatten sie das seitdem stark gewachsene Unternehmen 2006 gekauft – jetzt wollen sie Kasse machen.

Seit Sommer steht Jack Wolfskin zum Verkauf. Puma, Adidas, die Tchibo-Erben und der Finanzinvestor Blackstone sollen zu den ersten Bietern gehört haben. Jetzt wird mit Blackstone über den Verkauf verhandelt. Dieser soll nach Marktgerüchten rund 700 Millionen Euro für das Unternehmen mit dem markanten Tatzen-Logo geboten haben.

Von Barbara Will

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