Kunde hat kein generelles Rückgaberecht

Umtausch ist ein Kulanzfall

Krawatte, nein danke? Wer Geschenke umtauschen möchte, kann in der Regel auf die Gutwilligkeit der Verkäufer setzen. Foto: dpa

Kassel / Göttingen. Alle Jahre wieder strömen Tausende Menschen nach Weihnachten in die Geschäfte, um doppelte, defekte oder nicht gefallende Geschenke umzutauschen. Ein generelles Rückgabe- oder Umtauschrecht gibt es allerdings nicht.

Ob fehlerfreie Ware umgetauscht, der Kaufpreis rückerstattet oder ein Gutschein ausgehändigt wird, ist eine Frage der Kulanz des Verkäufers. Denn beim Kauf entsteht ein bindender Vertrag, von dem der Käufer nicht einfach einseitig zurücktreten kann.

In Deutschland hat sich jedoch der Umtausch nach Weihnachten zu einer Gewohnheit entwickelt. Es dürfte also kaum einen Verkäufer geben, der sich gegen den Umtauschwunsch des Kunden stellt.

Nicht alles ist umtauschbar

Ausnahmen gibt es bei Sonderangeboten, Bademode, Unterwäsche und in einzelnen Fällen Lebensmitteln. Auch nehmen manche Geschäfte die Ware nur in der Originalverpackung und mit den Etiketten versehen zurück. Unbegrenzt ist der Umtausch nicht möglich. Die meisten Händler räumen eine Frist von drei bis vier Wochen ein.

Bei fehlerhaften Geschenken kann der Kauf innerhalb von zwei Jahren reklamiert werden. Dann kann der Verbraucher eine Ersatzlieferung oder eine Reparatur verlangen. Transport, Arbeitsleistung und Materialien muss der Händler bezahlen.

Sollten Händler auf den Hersteller verweisen, ist das nicht rechtens. Ansprechpartner für den Verbraucher ist der Verkäufer. Dieser hat sich dann um das weitere Vorgehen zu kümmern. Fehlen auch bei fehlerfreier Ware Bedienungsanleitung, Handbuch oder Beipackzettel, muss er sie nachliefern.

Wer ganz sicher gehen will, lässt sich beim Kauf die Umtauschmöglichkeit vom Händler schriftlich zusichern. Bei der Zahlung sollte man sich stets eine Quittung geben lassen. Diese ist zum einen der Nachweis darüber, dass man die Ware tatsächlich in dem Geschäft gekauft hat. Zum anderen bestimmt das Datum auf der Rechnung den Garantiezeitraum.

Gutscheine haben in diesem Jahr das Buch von Platz eins der Geschenkeliste gestoßen. Hier sollte man auf die Gültigkeitsdauer achten, da Händler sie befristen können. Ist kein Verfallsdatum angegeben, am besten nachfragen.

Wer über Internet-Shops oder Versandhändler bestellt, hat ein gesetzliches zweiwöchiges Rückgaberecht. Bestellt man also kurz vor Weihnachten, hat man das Umtauschrecht gleich mitgekauft.

Von Jan Baetz

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