Mehr Fragen als Antworten

UN-Klimagipfel erzielt Minimal-Kompromiss

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Der peruanische Umweltminister Manuel Pulgar und die Präsidentin des UN-Klimagipfels, Christina Figueres, beklatschten den Kompromiss.

Lima - Auf dem UN-Klimagipfel in Lima ist im Streit um die Reduzierung der Treibhausgasemissionen ein Kompromiss erreicht worden. Kritiker halten ihn jedoch für "gefährlich schwach".

Die 195 Länder verabschiedeten in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) in Lima einen Beschlusstext, der aber nur sehr vage Kriterien für die nationalen Klimaschutzzusagen definiert, die im Frühjahr 2015 vorgelegt werden sollen. Umweltverbände sprachen von einem „gefährlich schwachen Text“.

Der Rohentwurf für einen Weltklimavertrag ist dem Beschluss als Textanhang angefügt. Die 37 Seiten umfassende Vorlage enthält allerdings mehr Fragen als Antworten, denn sie listet zahlreiche unterschiedliche Optionen auf, die von den Delegationen in Lima lediglich als eine erste Verhandlungsgrundlage formell anerkannt wurden. Die Details werden erst Anfang Dezember 2015 bei der UN- Klimakonferenz in Paris verhandelt und entschieden.

Das übergreifende Ziel ist es, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Nach Studien des Weltklimarates müssten für eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad die Emissionen weltweit um 40 bis 70 Prozent bis 2050 reduziert werden, und auf nahe null bis Ende des Jahrhunderts.

Zähes Ringen

Bis zuletzt war eine Einigung fraglich erschienen. Ohne Kompromiss drohe ein "ernster Rückschlag", hatte der US-Chefunterhändler Todd Stern noch am Samstagabend gewarnt. Die Verhandlungen seien festgefahren, sagte auch Chinas Verhandlungsführer Liu Zhenmin. Hauptstreitpunkt war die Aufteilung der Lasten zwischen Norden und Süden. Die Industrieländer forderten, dass sich auch aufstrebende Staaten wie Indien und China im geplanten Klimaabkommen zu verbindlichen Schritten bei der Reduzierung der Emissionen verpflichten.

Die ärmeren Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, verlangten ihrerseits Hilfszusagen der reichen Länder, um sie bei der Bewältigung des Klimawandels zu unterstützen. Im Einzelnen ging es zudem um die Dauer der Verpflichtungen, die Methode zur Errechnung der Emissionen und den Zeitpunkt, auf den sich die Reduktion der Emissionen bezieht.

Die Verpflichtungen der Mitgliedsstaaten sollen erlauben, die weltweiten Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 40 bis 70 Prozent zu senken. Dies gilt als notwendig, um die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Bei einer stärkeren Erwärmung der Erde gilt der Klimawandel als nicht mehr beherrschbar. Das UN-Klimasekretariat soll nun bis zum 1. November 2015 die Zusagen der Mitgliedsstaaten zusammentragen, um zu überprüfen, ob sie tatsächlich ausreichen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.

afp/dpa

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