Zukunftspläne?

Was wird aus der Capri-Sonne?

Eppelheim - Nach der Übernahme des Aromenherstellers Wild Flavors durch den US-Konzern ADM macht sich Unternehmer Hans-Peter Wild auch Gedanken über die Zukunft von Capri-Sonne.

„Irgendetwas muss ich ja machen, ich lebe nicht ewig“, sagte der 73-Jährige am Dienstag am Unternehmensstammsitz in Eppelheim bei Heidelberg. In der Zukunft sei ein Verkauf nicht auszuschließen, stehe derzeit aber nicht zur Debatte. Denkbar sei auch ein Börsengang.

Er habe nun einmal keinen Nachfolger, sagte Wild. Seine beiden Söhne hätten kein Interesse, die Geschäfte zu übernehmen. „Sie können in so eine große Verantwortung niemanden hineinzwingen.“ Interessenten für einen Kauf meldeten sich jede Woche. „Wir reden nicht mal mit denen.“

Am Montag hatte der US-Lebensmittelzutaten-Konzern Archer Daniels Midland angekündigt, Wild Flavors zu übernehmen. Das Unternehmen gehört wie der Capri-Sonne-Hersteller Deutsche SiSi-Werke dem Familienunternehmer Wild. „Wir haben mit ADM einen hervorragenden Partner gefunden“, sagte der Unternehmer. Es werde kein einziger Arbeitsplatz bei Wild Flavors verloren gehen, das sei ihm wichtig gewesen. Das Unternehmen hat weltweit knapp 2500 Mitarbeiter, davon rund 800 in Eppelheim und 300 in Berlin.

ADM-Chefin Patricia Woertz betonte, die Unternehmenskulturen ähnelten sich sehr. „Wir können gemeinsam mehr leisten als jeder für sich allein.“ Der Name Wild Flavors soll erhalten bleiben, Wild wird in einem Beirat des US-Unternehmens sitzen. „Die Marke hat einen Wert“, sagte Wild. „Der Käufer wäre dumm, diese Marke aufzugeben.“

dpa

Bei diesen Lebensmitteln wird geschummelt

Pesto Basilico (Buitoni) ohne 100 Prozent Pesto (Pesto alla genovese). Stattdessen Olivenölanteil laut Zutatenliste unter zwei Prozent, minderwertiges Cashewkernpulver statt Pinienkernen (unter zwei Prozent) und kostengünstiger Hartkäse ersetzt zu Dreiviertel den Wert gebenden Pecorino. © Verbraucherzentrale Hamburg
Hähnchenschnitten Wiener Art (Vossko-Tiefkühlkost) - es fehlt Hähnchenschnitzel aus einem Stück gewachsenem Fleisch. Stattdessen: Verschnitt von kleinen Stücken aus Hähnchen- und Putenfleisch. © Verbraucherzentrale Hamburg
Mucci Vanilleeis (Aldi Nord) ohne echte Vanille und 100 Prozent Milchfett. Stattdessen: überwiegend synthetisches Vanillin und Kokosfett. © Verbraucherzentrale Hamburg
Bio-Vollkorn-Toastbrötchen (Proback); ohne Vollkorntoast-Brötchen mit Vollkornmehl hergestellt. Statt 90 Prozent Vollkornmehl im Mehlanteil wie in den Leitsätzen für Brot gefordert, sind im Produkt nur 60 Prozent enthalten; gestreckt wird mit Weizenmehl, gefärbt mit Gerstenmalzsirup. © Verbraucherzentrale Hamburg
Surimi-Garnele ohne echte Garnele. Stattdessen: Krebsfleischimitat aus Fischmuskeleiweiß geformt. © Verbraucherzentrale Hamburg
Fol Epi Nuss, Fromageries Rambol (mit Bild von Käse auf der Packung). Die sogenannte Schmelzkäsezubereitung besteht nur zu 65 Prozent aus Käse, ist zusätzlich mit Zusatzstoffen wie Schmelzsalzen (E452, E339: Phosphate) und Aromen versetzt. Bei Käse ist dies nicht erlaubt. © Verbraucherzentrale Hamburg
Du darfst Putensalat mit Joghurtdressing (Unilever) ohne Putenfleisch. Enthalten sind zusammengefügte Fleischreste: Das Fleisch im Produkt besteht nur zum Teil aus gewachsenem Putenfleisch, dazu kommt Form-Putenfleisch und das noch billigere Form-Hähnchenfleisch. © Verbraucherzentrale Hamburg
Combi Weiß in Salzlake 50 Prozent Fett (EfeFirat Feinkost) mit Bild eines Schafskäses auf der Packung. Tatsächlich enthalten sind billiges Pflanzenfett statt Milchfett und Magermilch aus Kuhmilch statt Schafsmilch. © Verbraucherzentrale Hamburg
Mini Keks Bolde „Schoko“ (Biscuits Delacre) - es fehlt Schkoladenfüllung im Keks. Stattdessen: Kakaocremefüllung mit billigem Schokoladenimitat, das u.a. aus fettarmem Kakaopulver (3,7%), Zucker und gehärtetem Pflanzenfett hergestellt wird. © Verbraucherzentrale Hamburg
Wasabi-Erdnüsse (Lorenz) - es fehlt Wasabi (japanischer Meerrettich). Geschmack: Spirulina-Konzentrat, Aroma, Geschmacksverstärker und Farbstoff, Algenkonzentrat. © Verbraucherzentrale Hamburg
Meeresfrüchte Cocktail mit Krebsfleischimitat (Kaufhof) ohne 100 Prozent Meeresfrüchte wie Muscheln, Garnelen, Tintenfische etc. Produkt ist mit billigem Surimi (Krebsfleischimitat aus Fischmuskeleiweiß) gestreckt. © Verbraucherzentrale Hamburg

Rubriklistenbild: © dpa

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