Unterwegs auf alten Wegen

Der Straßen- und Wegebau ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Die ersten Wege waren jedoch nicht geplant, sondern von der Natur vorgegeben. Die Menschen lernten die natürlichen Pfade und Wege für die Jagd und den Transport zu nutzen. Eine dauerhafte Befestigung war aufgrund des Nomadendaseins nicht notwendig. Erst mit der Sesshaftwerdung und der Entstehung von Hochkulturen wurden zunächst Wege und später auch Straßen angelegt. Somit konnten Personen und Güter schneller und bequemer transportiert werden.

Erste Verkehrsnetze im Altertum

Im frühen Altertum waren die Babylonier, Ägypter und Perser die ersten Völker, die sich die Vorteile eines ausgebauten Verkehrsnetzes zu Nutze machten und spezielle Techniken entwickelten. Zu dieser Zeit wurde auch die Pflasterbautechnik entwickelt, wie sie beim Bau der Prozessionsstraße in Babylon angewendet wurde.

Mit der Ausdehnung des römischen Reiches und der ständigen Weiterentwicklung der Straßenbautechnik entstand ein äußerst dauerhaftes und weitreichendes Straßen- und Wegenetz in Europa. Viele dieser Straßen sind noch heute vorhanden. Der Streckenverlauf vieler Fernstraßen, vor allem in den Alpen, deckt sich mit dem Verlauf der damaligen Römerstraßen. Neben der Anwendung des Pflasterbaus nutzen die römischen Baumeister auch die antike Form des Betons. Dieser wurde Opus caementitium genannt. Die Straßen waren mit einem Quergefälle für die Straßenentwässerung ausgestattet. Sie dienten dem Fuß und Fuhrwerkverkehr.

Nachdem der Straßenbau zur Zeit der Römer außerordentliche Fortschritte gemacht hatte, geriet das Wissen um ihn mit dem Beginn des Mittelalters in Vergessenheit. Vielerorts gab es Erdwege, nur wenige Stadtstraßen waren mit einem Pflasterbelag ausgestattet. Die vorhandenen Römerstraßen wurden zwar genutzt, verfielen jedoch zunehmend. Erst mit der Erhebung von Wegezöllen wurde wieder in den Straßenbau und die Erhaltung investiert.

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts kam es zu Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Straßenbautechnik. Vor allem französische Ingenieure waren daran beteiligt. Sie stellten fest, dass die Dauerhaftigkeit unmittelbar mit der Tragfähigkeit des Unterbaus und mit der Dichtigkeit der Deckschicht zusammenhängt. Neben französischen Ingenieuren suchte man auch in anderen Teilen Europas nach Möglichkeiten, den Straßenbau wirtschaftlicher zu gestalten. Ein Schotte entwickelte eine Schotterbauweise, deren Kornaufbau von unten nach oben hin feiner wurde. Mit dem Zunehmen des Verkehrs stiegen auch die Ansprüche an die Straßenbefestigungen. So begann man mithilfe von Bindemitteln wie Teer erstmals die Oberflächen zu binden. HKK L

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