Betriebsratchef

Untreue-Ermittlungen bei Volkswagen: Erhielt Betriebsrat Osterloh zu viel Geld?

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Bernd Osterloh

Wolfsburg. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt seit einigen Monaten gegen hochrangige Manager des Volkswagen-Konzerns - auch gegen Betriebsratchef Bernd Osterloh.

Das wurde am Freitag bekannt. Angeblich sollen Top-Vorstände Betriebsratschef Bernd Osterloh (60) zu viel gezahlt haben. Nach einer Anzeige hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue aufgenommen. Die Behörde teilte mit, es gebe „ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Untreue im Zusammenhang mit der Aufwandsentschädigung für Betriebsratstätigkeit“, schrieb die Nachrichtenagentur dpa.

Ermittelt wird nicht gegen Betriebsratchef Osterloh , sondern gegen die VW-Vorstände. Zum genauen Kreis der Beschuldigten machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Bei den Vorwürfen soll es unter anderem um mutmaßlich zu hohe Bezüge für den Betriebsratschef gehen. In einem Interview mit der Braunschweiger Zeitung bezifferte Osterloh selbst sein Gehalt inklusive Boni „in der Spitze mit 750.000 Euro“. Als Chef des Gesamtbetriebsrates gehört der gelernte Industriekaufmann Osterloh zu den mächtigsten Akteuren im Autokonzern. So sitzt er im wichtigen Präsidium des Aufsichtsrats und kann bei Entscheidungen sein Veto einlegen. Der Gewerkschafter betont aber stets, seine Rolle nicht als Co-Manager zu sehen. Als im Herbst 2015 der Posten des VW-Personalvorstandes vakant war, wurde auch Osterloh als Kandidat gehandelt.

Aus dem VW-Betriebsrat in Wolfsburg hieß es, man sei über die Untersuchung der Staatsanwaltschaft informiert, halte das Vorgehen des Konzerns aber für rechtens. Der Autokonzern habe zur Vergütung von Betriebsräten klare Regelungen. Diese wurden mehrfach, auch von externen Experten, überprüft. Das betonte ein Sprecher des Konzernbetriebsrats.

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