„Risiko für nationale Sicherheit“

US-Behörden bremsen Übernahmepläne von Infineon aus

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Der Firmensitz der Infineon Technologies AG in Neubiberg.

Neubiberg/München - Die millionenschwere Übernahme des Halbleiterspezialisten Wolfspeed durch den Chipkonzern Infineon droht am Widerstand der US-Behörden zu scheitern.

Der Genehmigungsausschuss der amerikanischen Regierung habe die Unternehmen informiert, dass der geplante Kauf ein Risiko für die nationale Sicherheit darstelle, teilte Infineon in der Nacht zu Donnerstag mit. Die Münchner hatten sich im Juli 2016 mit dem US-Konzern Cree auf die Übernahme von dessen Sparte für Verbindungshalbleiter geeinigt.

Der Kaufpreis sollte sich auf 850 Millionen Dollar (795 Mio Euro) belaufen. Nun bestehe jedoch ein „substanzielles Risiko“, dass die geplante Übernahme nicht in der vereinbarten Form vollzogen werden könnte, erklärte Infineon. Man arbeite jetzt mit Cree und Wolfspeed an Möglichkeiten, um die Bedenken auszuräumen, sagte ein Infineon-Sprecher in München. Noch sei es aber zu früh, um zu sagen, um welche Möglichkeiten es konkret gehen könne. Infineon-Aktien gerieten kräftig unter Druck. Am Donnerstagmittag notierten die Papiere zeitweise um gut 2,4 Prozent im Minus bei unter 17 Euro.

Unternehmen wurde vom Veto der USA überrascht

Der Konzern hatte 2014 bereits den US-Konkurrenten International Rectifier für rund drei Milliarden Dollar geschluckt. Erst vor wenigen Tagen hatte sich Infineon-Chef Reinhard Ploss bei der Vorlage der Quartalszahlen noch zuversichtlich gezeigt, dass die Wolfspeed-Übernahme wie geplant und „noch in diesem Quartal“ abgeschlossen werden könne. Das Unternehmen dürfte vom Veto der US-Behörden überrascht worden sein.

So war Ploss in einer Telefon-Konferenz unter anderem gefragt worden, ob er angesichts der „America first“-Initiative von US-Präsident Donald Trump mit Blick auf die Wolfspeed-Akquisition mit Einschränkungen rechne. Daraufhin erklärte Ploss, die amerikanischen Behörden arbeiteten die Themen durch, man sehe „keinen Unterschied“ im Vergleich zum Verhalten bei International Rectifier.

An der US-Aufsichtsbehörde für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) hängen viele Deals. Die Regulierer blockierten etwa den Verkauf der LED-Bauteilesparte Lumileds des niederländischen Philips-Konzerns nach China. Mittlerweile hat der Finanzinvestor Apollo Global Management den Zuschlag für 80,1 Prozent an Lumileds bekommen, die restlichen Anteile sollen zunächst für mindestens drei Jahre bei Philips verbleiben.

Im Fall der Übernahme des deutschen Spezialmaschinenbauers Aixtron durch chinesische Investoren riet die Behörde Ex-US-Präsident Barack Obama ab, dem Deal eine Freigabe zu erteilen - was dieser dann auch nicht tat. Beim Lichtkonzern Osram hängt der Verkauf des angestammten Lampengeschäfts nach China ebenfalls noch an einer ausstehenden Genehmigung durch die CFIUS.

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