US-Notenbank bestätigt Niedrigzins

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US-Zentralbank-Chef Ben Bernanke am Mittwoch in Washington.

Washington - Die wirtschaftliche Erholung in den USA ist laut der Fed frustrierend zäh. Besonders der Arbeitsmarkt erfüllt die US-Notenbank mit Sorge. Bis Ende 2014 will die sie die Märkte daher unter anderem weiter mit billigem Geld fluten.

Die US-Notenbank (Fed) hält wegen des schwachen Wirtschaftswachstums weitere geldpolitische Eingriffe für möglich. “Wie sind weiterhin bereit, mehr zu tun, um sicher zu gehen, dass sich die Erholung fortsetzt“, sagte Zentralbank-Chef Ben Bernanke am Mittwoch in Washington.

Bereits zuvor hatte die Fed bekräftigt, die blutarme US-Konjunktur bis Ende 2014 weiter mit einer faktischen Nullzins-Politik zu stützen. Der Offenmarktausschuss beließ den Satz für Tagesgeld entsprechend auf dem “außerordentlich niedrigen“ Niveau zwischen null und 0,25 Prozent.

Bernanke rechnet zwar mit einem moderaten Wirtschaftswachstum in der weltgrößten Volkswirtschaft. Für dieses Jahr hob die Fed sogar ihre Prognose für die USA leicht auf 2,4 bis 2,9 Prozent an. Doch sei es enttäuschend, wie langsam die Erholung nach der Rezession von 2008 und 2009 verlaufe. Besonders auf dem Arbeitsmarkt gehe es nur graduell aufwärts. Die Arbeitslosenquote sei mit rund acht Prozent zu hoch und sinke langsam. Zudem wurden die Konjunkturaussichten für die kommenden Jahre leicht nach unten korrigiert.

Krisenhelfer IWF und Weltbank: Was machen die eigentlich?

Der IWF wurde 1944 zusammen mit der Weltbank in Bretton Woods ( USA) gegründet. Ziel war es, nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Weltwirtschaftssystem mit stabilen Wechselkursen einzuführen. Die Zusammenarbeit in der Währungspolitik und im internationalen Zahlungsverkehr sollte gefördert werden. © dpa
Die Finanzhilfen des IWF sind meist an strenge Auflagen geknüpft - etwa an die Sanierung des Staatshaushalts. © dpa
Der Internationale Währungsfonds ( IWF) ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. © dpa
Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen greift ein, wenn Staaten Finanzschwierigkeiten haben oder ihnen der Bankrott droht. Der IWF hilft den Mitgliedsländern dann mit Krediten. © dpa
Chef des IWF ist in der Regel ein Europäer. Aktuell wird er von der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde gelenkt, die nach dem Rücktritt des Franzosen Dominique Strauss-Kahn an die IWF-Spitze rückte. © ap
Der spätere Bundespräsident Horst Köhler war von 2000 bis 2004 IWF-Chef. Zunehmend drängen aber auch Schwellenländer darauf, den Topposten zu stellen. © dpa
Die Quote bestimmt auch das Mitspracherecht. Der Einfluss aufstrebender Schwellenländer - etwa Chinas oder Indiens - beim IWF wurde zuletzt mit einer Stimmrechts- und Quotenreform erhöht. © dpa
Die Kapitaleinlagen (Quoten) der mittlerweile 187 Mitgliedsländer richten sich unter anderem nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft. © dpa
Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der IWF eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der Währungsfonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal. © dpa
Die Weltbank steht nicht ganz so stark im Licht der Öffentlichkeit wie der IWF. Ursprünglich war ihr Ziel, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem IWF stabile Währungen zu schaffen. © ap
Seit den 1960er Jahren liegt ihre Hauptaufgabe in der Entwicklungshilfe. Schwerpunkte sind die Förderung von Infrastruktur, Privatwirtschaft und Umweltprojekten sowie der Kampf gegen Armut und Krankheiten. © dpa
Im Gegenzug zur europäischen Besetzung der IWF-Spitze wird die Weltbank traditionell von einem Amerikaner geleitet, ab 1. Juli 2012 führt Jim Yong Kim die internationale Finanzeinrichtung. © dpa

Experten gehen seit längerem davon aus, dass die Bank in diesem Jahr erneut die Notenpresse anwerfen und ein Anleihekaufprogramm starten könnte. Seit dem Höhepunkte der Finanzkrise 2008 hatte die Fed bereits zwei Runden dieser quantitativen Lockerung gefahren, weil die Möglichkeiten der Zinspolitik ausgeschöpft sind. Ökonomen zeigen sich unschlüssig, ob eine dritte Maßnahme große Wirkung entfalten kann.

Die Inflation steht einer weiteren geldpolitischen Lockerung laut der Fed derzeit nicht entgegen. Zuletzt habe die Teuerungsrate zwar leicht zugelegt, dass sei aber vor allem steigenden Energiepreisen geschuldet.

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