Rückgang größer als erwartet

US-Wirtschaft schrumpft erstmals seit drei Jahren

Washington - Die US-Konjunktur ist in den harten Wintermonaten erstmals seit langem ins Minus gerutscht - und zwar überraschend stark. Doch wichtige Daten lassen eine schnelle Wiedergutmachung erwarten.

Die US-Konjunktur ist erstmals seit drei Jahren ins Minus gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte aufs Jahr hochgerechnet zwischen Januar und März um 1,0 Prozent, wie das Handelsministerium in Washington am Donnerstag in einer zweiten Schätzung mitteilte. Zuvor war es noch von einem Plus in Höhe 0,1 Prozent ausgegangen. Der Rückgang war doppelt so groß wie von Volkswirten im Schnitt erwartet worden war.

Experten warnen aber davor, das Ergebnis zu ernst zu nehmen. Der heftige Einbruch sei vorübergehend und vor allem dem ungewöhnlich hartnäckigen Winterwetter sowie einem hohen Lageraufbau bei Unternehmen im Schlussquartal 2013 geschuldet. „Ich würde mir über den Rückgang nicht zu viele Sorgen machen“, sagte Ryan Sweet, Ökonom beim Analyseunternehmen Moody's, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Das laufende Quartal sehe wahrscheinlich viel besser aus.

Die Aktienmärkte reagierten ebenfalls sehr zurückhaltend auf die Nachricht. Volkswirte schätzen, dass die US-Wirtschaft die Schwäche im zweiten Quartal mehr als wettmachen wird. Sie rechnen durchschnittlich mit 3,5 Prozent Wachstum. Auch die Notenbank Federal Reserve hatte nach ihrer letzten Sitzung im April erklärt, die Konjunktur habe sich bereits wieder aus dem Wintertief befreit. Eine Abkehr von ihrem langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik wird daher nicht erwartet.

Vor allem bei den Konsumausgaben, die in den USA mehr als zwei Drittel des BIP ausmachen, wurde im ersten Quartal ein deutliches Plus von 3,1 Prozent verzeichnet. Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe rutschten zudem auf den tiefsten Stand seit 2007. Gelitten hat die Konjunktur hingegen unter dem sehr schwachen Lageraufbau, Rückgängen beim Export und einem Stillstand im Baugewerbe.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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