Trotz Kälte: Valentinstag lässt Floristen strahlen

+
Blumen-Großhandel in Holland: Zum Valentintag blüht das Geschäft.

Aalsmeer/Köln - Dieses Jahr gibt es keine Frühlingsgefühle am Valentinstag - in Deutschland herrscht Eiseskälte. Die Blumenhändler haben aber trotz Minus-Graden draussen allen Grund zum Strahlen.

Lesen Sie auch:

Worauf es bei Blumen aus dem Netz ankommt

Sinkt mit der Kälte auch die Stimmung auf den Gefrierpunkt? Bleiben die Floristen auf ihren Blumen sitzen? Wenn das irgendjemand sagen kann, dann doch wohl ein Experte aus Holland. Daher kommen schließlich die meisten Blumen. In Aalsmeer bei Amsterdam liegt die größte Blumenversteigerungshalle der Welt. Sie ist so lang, dass das entgegengesetzte Ende in allen Farben des Regenbogens verschwimmt. Das ist Flower Power.

Die schlimmsten Geschenke zum Valentinstag

Über diese Geschenke zum Valentinstag haben Frauen sich richtig geärgert. Die Damen erklären auch gleich was sie daran gestört hat: © dpa
Ein Plüschtier. Kommentar: "Einfallslos! Frauen, die älter sind als 12 Jahre, finden das in der Regel nicht mehr sooo prickelnd." © dpa
Zwei Tickets zu einem Fußballspiel des TSV 1860 München in der Allianz Arena. Eigentlich steht Schatzi auf Fußball, aber: © dpa
Kommentar: "Hallo? Er weiß ganz genau, dass ich Bayern-Fan bin! Bei aller Liebe: Das geht gar nicht" © dpa
Ein Parfüm. Sogar Chanel No. 5. Eigentlich auch nicht schlecht, aber: "Ich trage diese Marke gar nicht. Als ich ihn fragte, wie er auf dieses Geschenk kam, hat er mir erzählt, seine Ex habe den Duft immer getragen. Spinnt der?" © dpa
Ein Abnehm-Buch. Kommentar: "Subtiler hätte er mir nicht sagen können, dass ich zu dick bin, oder?" © dpa
Blumen von der Tankstelle. Kommentar: "Das kam so rüber: Hoppla, es ist ja Valentinstag. Na, da habe ich ja gerade noch daran gedacht. Bevor ich gar nichts mehr finde, kaufe ich noch schnell-schnell ein paar mickrige Blumen." © dpa
"Aber Männer: Wir erkennen Blumen von der Tanke ziemlich leicht an der Zellophan-Folie und am Etikett." © dpa
Ein Zeitschriften-Abo. Kommentar: "Ich lese ja gerne Klatsch-Hefte. Aber ist ihm wirklich nichts romantischeres eingefallen?" © dpa
Reizwäsche. Ebenfalls im Prinzip eine gute Idee. Aber man sollte seine Partnerin schon kennen. Denn: © dpa
"Die Wäsche hatte überhaupt nicht meine Größe und war viel zu klein. Da hätte er sich vorher schon mal Gedanken machen können. So konnte ich nichts damit anfangen. Tja, da hat er einen schönen Abend verschenkt!" © dpa
Dessous können ebenfalls zum Problem werden, wenn die Partnerin etwas kräftiger gebaut ist (wie Gossip-Sängerin Beth Ditto). Und wenn die geschenkte Wäsche zu klein ausfällt. Kommentar: "Da ist mir erst bewusst geworden, wie fett ich bin."  © dpa
Ein Sex-Ratgeber. Kommentar: "Aha? Bin ich ihm im Bett nicht gut genug? Muss ich vielleicht noch was lernen?" © dpa
Ein Porno. Kommentar: "Hallo? Am Valentinstag geht es doch um Liebe, nicht um Sex. Und den Film fand ich einfach nur billig." © dpa
Ein Handy. Kommentar: "Etwas unromantischeres hätte er sich nicht ausdenken können?" © dpa
Ein Staubsauger. Kommentar: "Bin ich für ihn nur eine Putzfrau? Und liebe Männer: Haushaltsgeräte brauchen wir zum Valentinstag wirklich nicht." © dpa
Hygiene-Artikel wie Duschgel. Kommentar: "Stinke ich etwa?" © dpa
Schokolade. Kommentar: "Ich hungere mich der Bikini-Figur entgegen und der Trottel schenkt mir Süßigkeiten." © dpa
Ein Kicker. Kommentar: "Ganz schön peinlich. Ich habe sofort gemerkt, dass er beim Einkaufen nur an sich gedacht hat."  © dpa
Eine Einparkhilfe. Kommentar: "Frechheit!" © dpa
Ein Abo fürs Fitnessstudio. Kommentar: "Passt ihm meine Figur nicht?" © dpa
Eine Navgations-Gerät fürs Auto. Kommentar: "Danke! Jetzt weiß ich auch, dass ich eine schlechte Autofahrerin bin."  © dpa
Ein Gutschein fürs Pornokino. Kommentar: "Einfach widerlich!" © dpa

Dahinter steht eine genossenschaftliche Kooperative, der 98 Prozent aller holländischen Blumenzüchter angeschlossen sind. Bei Tagesanbruch laufen die ersten Blumenpaletten über die Bänder der Versteigerungssäle. Manche Rose, die am Nachmittag auf der Fifth Avenue in New York angeboten wird, blühte tags zuvor noch in einem Treibhaus an der Blumenstraße von Haarlem nach Leiden.

Die beliebtesten Schnittblumen

Diese Schnittblumen kaufen die Deutschen am meisten. (Quelle: Zentralverband Gartenbau, Bonn, Stand 2010) © dpaa
Platz 10: Anthurien (ca. 2% Marktanteil) © dpa
Platz 9: Amaryllis (ca. 3% Marktanteil) © dpa
Platz 8: Orchidee (ca. 3% Marktanteil) © dpa
Platz 7: Sonnenblumen (ca. 3% Marktanteil) © dpa
Platz 6: Nelke (ca. 3% Marktanteil) © dpa
Platz 5: Lilie (ca. 5% Marktanteil) © dpa
Platz 4: Gerbera (ca. 7% Marktanteil) © dpa
Platz 3:  Chrysantheme (ca. 8% Marktanteil) © dpa
Platz 2: Tulpe (ca. 11% Marktanteil) © dpa
Platz 1: Rose (ca. 37% Marktanteil) © dpa

Gut, aber wie ist es jetzt mit dem Valentinstag?Adrienne Lansbergen ist schon seit Jahrzehnten Sprecherin der zentralen Blumenversteigerung, die seit 2008 FloraHolland heißt. Aber auch sie ist sich nicht sicher: “Die Meinungen sind geteilt“, sagt sie. “Wir werden es das erst Montag richtig wissen.“ Vermutlich gebe es bei so niedrigen Temperaturen weniger Außenpräsentationen mit Blumen. Auch Transportprobleme sind nicht auszuschließen. Sie glaubt aber nicht, dass der einzelne Kunde keine Blumen mehr kauft, weil er Angst hat, dass sie auf dem Weg nach Hause kaputt gehen. “Das ist eine Frage des Einpackens. Hier in Holland werden viele Sträuße noch zusätzlich in Zeitungen eingewickelt.“

Von Konjunkturzyklen ist der Valentinstag sowieso weitgehend abgeschnitten. Obwohl das Jahr 2009 das schlechteste in der Geschichte der holländischen Blumenversteigerung war, verlief das Valentinsgeschäft gut. Lansbergen tippt darauf, dass die Leute an einem so speziellen Tag gerade in der Krise etwas Herzerwärmendes brauchen. In diesem Jahr verarbeitet FloraHolland in den fünf Tagen vor dem 14. Februar 300 Millionen Blumen und 20 Millionen Pflanzen, darunter allein 95 Millionen Rosen.

Insgesamt aber steckt auch die holländische Blumenindustrie in der Krise. Der Umsatz sank 2009 um fünf Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, während er zuvor jahrzehntelang immer nur zugenommen hatte (einzige Ausnahme war 1992 ein Minus von einem Prozent). Das Ergebnis war gerade noch positiv. Schuld an dem Umsatzverlust ist ein Einbruch bei den Preisen. Es wurden insgesamt nicht weniger Blumen verkauft, sondern immer noch zwölf Milliarden, aber sie kosteten weniger. “Ein makroökonomisches Blumenphänomen“, nennt Adrienne Lansbergen das.

Vor allem in Osteuropa verschlechterte sich die Lage dramatisch. Besserung ist nicht in Sicht: Für dieses Jahr wird ein Minus von eins bis zwei Prozent erwartet. Einzige Ausnahme ist Deutschland. Dort blüht das Geschäft nach wie vor, sogar im vergangenen Jahr nahm der Umsatz um vier Prozent zu. Die Deutschen sind einfach verrückt nach Blumen: Wenn sie sich mit Freunden treffen, nehmen sie Blumen mit. Und genauso wenn es Ehekrach gegeben hat oder wenn sie Oma im Krankenhaus besuchen. In anderen Ländern gibt es diese Tradition nicht. Und deshalb sind die Deutschen den Holländern - zumindest in diesem Punkt - auch von allen am liebsten.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.