Zehn Cent mehr pro Liter

Verband: Milchkrise trotz steigender Preise nicht vorbei

+
Trotz erwarteter Preissteigerungen für Milch steht das Jahrestreffen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen noch ganz im Zeichen der Milchpreiskrise. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Isernhagen (dpa) - Der Bauernverband im wichtigen Milcherzeuger-Land Niedersachsen hält die Milchkrise trotz anziehender Preise noch nicht für beendet. "Nein, die Krise ist noch nicht vorbei", sagte der Vizepräsident des Landesbauernverbands, Albert Schulte to Brinke.

"Wir haben die schwersten zwei Jahre hinter uns, die wir je hatten", hieß es beim Jahrestreffen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen in Isernhagen bei Hannover.

In der Krise habe der Handel seine Marktmacht ausgenutzt und die Preise auf ein niedriges Niveau gedrückt, sagte Schulte to Brinke. Er warb für mehr Beständigkeit und Nachhaltigkeit bei der Preisgestaltung. Die Reaktion der Milchviehhalter wiederum mit einer reduzierten Milchproduktion treffe den Handel nun ausgerechnet in den umsatzstarken Monaten, es gebe Verfügbarkeitsengpässe. "Gemeinsame Ziele erreichen wir nur mit gemeinsamen Anstrengungen", sagte er.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) appellierte an die Milchbauern, nicht gleich wieder die Produktion zu steigern: "Es gibt zwar eine leichte Erholung, aber hier gilt die Warnung, nicht gleich wieder Vollgas zu geben."

In Supermärkten dürften derweil die Milchpreise steigen. Der Milchindustrie-Verband hatte für Anfang November eine Preiserhöhung um mindestens zehn Cent pro Liter H-Milch prognostiziert. Einer der Gründe dafür sei, dass die produzierte Milchmenge gesunken sei.

Seit langem belasten niedrige Preise die Milchbauern. Als zentrale Ursache gilt ein Überangebot auf den europäischen Märkten.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.