Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka 

Verdi zu Tengelmann-Chef: „Eigentum verpflichtet“

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Nach dem Stopp der Ministerlaubnis zur Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka hat die Gewerkschaft Verdi an die unternehmerische Verantwortung von Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub appelliert.

Düsseldorf - Nach dem Stopp der Ministererlaubnis für die Übernahme durch Edeka ist das weitere Schicksal der knapp 16 000 Beschäftigten der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann ungewiss. Verdi appelliert nun an den Tengelmann-Chef, der sich noch nicht konkret geäußert hat.

Nach dem Stopp der Ministerlaubnis zur Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka hat die Gewerkschaft Verdi an die unternehmerische Verantwortung von Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub appelliert. Der Chef des Mülheimer Familienkonzerns habe nun die Pflicht, den Verkaufsprozess für die Supermarktkette zu einem guten Ende zu führen, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme der Gewerkschaft. „Eigentum verpflichtet, in diesem Sinne muss der Erhalt der Arbeitsplätze im Vordergrund stehen, nicht ein möglichst hoher Verkaufserlös“, so Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Nach der Entscheidung der Düsseldorfer Richter hatte bislang lediglich Edeka angekündigt, rechtliche Schritte prüfen zu wollen. Tengelmann-Chef Haub hatte dagegen mit „großer Bestürzung“ reagiert, ohne zunächst jedoch konkrete Schritte anzukündigen. Eine Tengelmann-Sprecherin wollte auch am Freitag zu den weiteren Planungen keine Stellung nehmen. Haub hatte bereits vor der Gerichtsentscheidung mit einer möglichen Zerschlagung der seit Jahren defizitären Supermarktkette Kaiser's Tengelmann gedroht.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann widersprach unterdessen der Feststellung des Gerichts, dass die zur Begründung der Ministererlaubnis angeführte Stärkung der Arbeitnehmerrechte der knapp 16 000 Tengelmann-Beschäftigten nicht wichtig für das Gemeinwohl sei. „Dass der Erhalt von Arbeitsplätzen nicht im Interesse des Gemeinwohls sein soll, ist nicht nur irritierend sondern falsch“, sagte Hoffmann laut Mitteilung. Zum Gemeinwohl gehöre auch, dass Betriebsratsstrukturen und Tarifverträge eingehalten würden.

dpa

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