260 Filialen dicht

Verdi dehnt Postbank-Streiks aus

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Postbank Mitarbeiter nehmen in Bonn am Warnstreik teil.

Bonn - Wer ein Paket oder Geld bei einer Postbank-Filiale abholen will, steht möglicherweise vor verschlossener Tür. Mit Streiks lassen viele Mitarbeiter Dampf ab.

Verdi hat die Streiks bei der Postbank auf weitere Bundesländer ausgeweitet und treibt den Arbeitskampf damit auf einen ersten Höhepunkt. Am Freitag legten Mitarbeiter der Bank in Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Gewerkschaft in zahlreichen Filialen die Arbeit für drei Tage nieder. Am Montag folgen die Beschäftigten in Baden-Württemberg und Berlin-Brandenburg. Bei der Postbank wird derzeit neben NRW unter anderem in Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie teilweise auch in Bayern gestreikt. Nach Angaben der Post blieben bundesweit 260 von insgesamt 1100 Filialen am Freitag geschlossen.

Hintergrund der Postbankstreiks ist der Tarifkonflikt um eine Verlängerung des Kündigungsschutzes für die rund 10.000 Tarifbeschäftigten bis 2020. Das Post-Management hat die Forderung bislang strikt abgelehnt. Nachdem Verdi die Verhandlungen für gescheitert erklärt und die Beschäftigen sich in einer Urabstimmung für einen Erzwingungsstreik ausgesprochen hatten, wird die Postbank seit vergangenen Montag von einer Streikwelle erfasst, in die nach und nach alle Bundesländer einbezogen werden.

Mit Trillerpfeifen protestierten Beschäftigte der Postbank am Freitag auch vor der Postbank-Zentrale in Bonn und den Toren der Deutschen Bank in Frankfurt. Bei einer Aufsichtsratssitzung des Mutterkonzerns sollte dort am gleichen Tag über die künftige Strategie des Geldhauses entschieden werden. Optionen sind dabei ein Verkauf der Postbank oder die Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts einschließlich Postbank.

Seit Wochen wird in den Medien über die Zukunft der Postbank spekuliert. Mit 14 Millionen Kunden ist das Unternehmen das größte auf Privatkunden spezialisierte Bankinstitut in Deutschland. Die Deutsche Bank war 2008 bei den Bonnern eingestiegen und hält heute einen Anteil von 94 Prozent an dem Unternehmen. Die Postbank beschäftigt 14.800 Menschen, darunter auch viele Beamte.

dpa

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