Viele Pendler und Geschäftsreisende bilden sich im Zug weiter

Großraumwagon als Hörsaal - Tipps für mobiles Lernen

Markus Jung

Mobiles Internet und digitale Studienangebote eröffnen neue Lerngelegenheiten: Viele Pendler und Geschäftsreisende bilden sich im Zug weiter oder studieren dort sogar. Fernstudienexperte Markus Jung gibt Tipps, wie das gelingen kann.

Kaum eine Zugfahrt, bei der nicht eine große Zahl von Mitreisenden aufs Smartphone oder Tablet guckt. Bereits über 30 Prozent der deutschen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren sind laut einer Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) unterwegs online. Eine Umfrage unter Fernstudierenden der Apollon-Hochschule hat ergeben, dass 57 Prozent der Befragten ihren Lernstoff auch unterwegs lesen.

„In Verbindung mit mobilen Weiterbildungsangeboten – zum Beispiel online-basierten Fernstudiengängen – hat das mobile Internet ein sehr großes Potenzial für die Weiterbildung“, so Markus Jung, Fernstudienexperte und Inhaber des anbieterunabhängigen Portals Fernstudium-Infos.de. Die technischen Voraussetzungen dafür werden immer besser: Handyprovider bieten Flatrates für mobiles Internet an, die Deutsche Bahn baut in ICEs, ICs und Kundenlounges das WLAN und den Handyempfang aus. „Ein Fernstudium mit Online-Campus lässt sich heutzutage gut mobil absolvieren“, weiß Jung.  Auf seinem Portal tauschen sich Interessierte und Fernstudierende unter reise.fernstudium-infos.dedarüber aus, wie Lernen unterwegs gelingen kann.

Lernstoff immer dabei

Insbesondere Fernkurse und akademische Fernstudienangebote, die per App oder sogar komplett über einen Online-Campus bereitgestellt werden, lassen sich unterwegs gut nutzen. Die Fernlerner brauchen nur ein einziges Portal zu öffnen und haben dort alle Lernmaterialien wie Einführungen, Vertiefungen, Übungsfragen oder Selbsttests zur Hand. „Fernstudierende können Vorlesungsmitschnitte als Vodcast anhören oder sich Lehrvideos ansehen, um den Stoff zu wiederholen“, sagt Jung.

Für eine stabile Internetverbindung im Zug können auf vielen Strecken Surfsticks von Handyanbietern genutzt werden. In 69 ICE-Zügen, die 1500 Kilometer Strecke befahren, gibt es bisher das Hot-Spot-Angebot von Deutscher Bahn und Telekom. Die Bahn plant, das Angebot bis Ende 2014 in 255 Zügen auf 5200 Kilometern Strecke auszubauen. Auch in der ersten Klasse der ICs sollen bis Ende 2014 flächendeckend Repeater für bessere Smartphoneverbindungen eingebaut sein.

Empfang weg – was tun?

Obwohl die Netzabdeckung sich kontinuierlich verbessert, muss jeder Bahnfahrer nach wie vor mit Funklöchern rechnen. „Wer seine Reisezeit bestmöglich nutzen möchte, sollte Material zum Offline-Lernen mitnehmen“, rät Jung. Studienbriefe und Vodcasts können bei vielen Fernstudienanbietern vorher heruntergeladen werden und stehen dann unabhängig von der Internetverbindung zur Verfügung.

Zum Lernen braucht der Mensch Konzentration – und die ist gerade in einem vollen Großraumwagen schwer zu finden. Ohrstöpsel oder Aktivkopfhörer dämpfen Umgebungsgeräusche. Für Fernpendler und Geschäftsreisende lohnt sich eventuell ein Ticket-Upgrade für die erste Klasse. Dort ist mehr Platz zum Lernen, meistens ist es ruhiger.

Zudem spielt die Auswahl des Lernstoffs eine wichtige Rolle. „Ein erstes Einlesen in die Studienbriefe, die Wiederholung von bereits Gelerntem oder das Ansehen von Vodcasts lassen sich auch im Zug gut bewältigen. Komplexe Inhalte dagegen erarbeiten sich viele Fernstudierende lieber in Ruhe daheim“, weiß Jung. So macht es auch Forumsnutzerin Iudexnc: „Ich bin viel unterwegs, eine Strecke zur Arbeit dauert etwa eine Stunde. Ich nutze die Zeit, um verschiedene Materialien zu lesen. Wirkliche neue Zusammenfassungen schreibe ich nicht, da könnte ich mich zu wenig konzentrieren.“

Fünf praktische Tipps

• Fahrt planen: Wer sich einen guten Sitzplatz reserviert, ein Upgrade für die meist ruhigere 1. Klasse bucht oder auf wenig frequentierte Fahrzeiten außerhalb von Berufsverkehr und Feiertagen ausweicht, kann sich besser konzentrieren.
• Netzabdeckung prüfen: Wer sich vor Fahrtantritt bei seinem Handyanbieter und im Internet über die Verbindungsqualität informiert, kann sich bei Bedarf ein WLAN-Abo der Bahn oder einen Surfstick zulegen. Das lohnt sich insbesondere für diejenigen, die viel im Online-Campus lernen.
• Zubehör checken: Wer sich auf die Steckdosen im Zug verlässt, kann Pech haben, deshalb: Akku vor der Fahrt laden.
• Für Ruhe sorgen: Mit Ohrstöpseln oder Aktivkopfhörern lassen sich Umgebungsgeräusche weitgehend ausblenden.
• Gut organisieren: Wer Bahn-taugliches Lernmaterial rechtzeitig auswählt und herunterlädt oder ausdruckt, kann auch im Funkloch lernen.

Der Hot-Spot-Service von Telekom und Bahn im Überblick

http://www.hotspot.de/content/bahn.html

https://www.bahn.de/p/view/service/zug/railnet_ice_bahnhof.shtml

Hintergrund

Das unabhängige Portal Fernstudium-Infos.de ist das im deutschsprachigen Raum umfangreichste Informations- und Kommunikationsangebot zum Thema Fernstudium im In- und Ausland. Es wurde 2004 durch Inhaber Markus Jung gegründet und enthält inzwischen mehr als 115.000 Beiträge zu mehr als 17.000 Themen.

Knapp 20.000 registrierte Nutzer tauschen sich in Foren und Weblogs über Anbieter, Lehrgänge und persönliche Erfahrungen aus. Auf dem Bewertungsportal ekomi.de gaben die Benutzer Fernstudium-Infos.de in mehr als 200 Bewertungen durchschnittlich 4,6 von 5 Punkten. Mit dem Newsletter „Fernstudium-Infos.de aktuell“ versorgt Branchenexperte Jung Interessierte außerdem per E-Mail mit Informationen über Entwicklungen und Neuigkeiten auf dem Markt.

Der Ratgeber „100 Fragen und Antworten zum Fernstudium“ von Markus Jung und Anne Oppermann ist im März 2010 im Feldhaus Verlag erschienen. Das Buch wurde vom Forum DistancE-Learning mit dem Studienpreis „Publikation des Jahres 2011“ ausgezeichnet. (nh)

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