Die Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Hersfeld-Rotenburg bildet aus

Vier wichtige Sparten

Abwechslungsreiche Tätigkeit: Obermeister Volker Schäfer hat seine Brückensäge angestellt und ist gerade dabei, letzte Vorbereitungen dafür zu treffen, dass aus einer rohen Granittafel eine Arbeitsplatte für eine Küche herausgeschnitten wird. Fotos: Apel

Hersfeld-Rotenburg. Wer kennt sie nicht: den freundlich vom Bad Hersfelder Rathausbrunnen herablächelnden Stadtheiligen Lullus oder den im neuen Bebraer Bahnhofskreisel thronenden Biber. Beide wurden von Händen geschaffen, die Stein gestalten und Stein lebendig werden lassen.

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Volker Schäfer, der Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Hersfeld-Rotenburg, der elf Betriebe angehören, hat auch solche Hände. Wenn er erzählt, dass er schon immer Steinmetz werden und selbstständig sein wollte, dass er im Alter von 23 Jahren seine Meisterprüfung absolviert hat und 1989 in Weißenhasel ins elterliche Geschäft eingetreten ist, merkt man ihm an, wie sehr er sich freut, dass seine Lebensplanung aufgegangen ist.

Drei Lehrlinge hat er ausgebildet, und gerne würde er – wie andere Innungskollegen auch – einem weiteren jungen Menschen das Rüstzeug für ein interessantes Berufsleben mitgeben. „Natürlich sollte der junge Mann oder die junge Frau, die sich für eine Ausbildung als Steinmetz interessieren, einen guten Hauptschulabschluss und Spaß am Handwerk haben!“, erklärt er. „Auf Kraft kommt es nicht mehr so sehr an, denn heutzutage wird nicht mehr nur mit Knüpfel, Spitzeisen, Fäustel oder Sprengeisen, sondern selbstverständlich auch mit Maschinen und Kränen gearbeitet. Das ist schon eine erhebliche Arbeitserleichterung!“

Räumliches Denken

Ganz egal allerdings, ob man als Steinmetz später Treppen versetzt, Brunnenanlagen baut oder aus einem Stein eine Skulptur formt: räumliches Denken ist der Anfang von allem. Computer helfen dabei, Planungen in perfekte Pläne und Zeichnungen umzusetzen.

Die Ausbildung im Betrieb vermittelt wie bei anderen Berufen auch die praktischen Fähigkeiten und einen umfassenden Einblick in die Arbeitswelt. Ergänzt wird diese durch im Berufsschulunterricht vermittelte Theorie. Dies geschieht über insgesamt zwölf Wochen hinweg durch überbetriebliche Unterweisung im Berufsbildungszentrum in Mainz, wo sich Auszubildende aus der gesamten Region treffen, um gemeinsam zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.

Grundsätzlich muss man wissen, dass sich die Tätigkeit eines Steinmetzes auf vier Sparten erstreckt: auf Grabmale, Denkmale, Bau und Gestaltung. Im Baubereich arbeiten Steinmetze zusammen mit Architekten und Bauherren. In ihren Aufgabenbereich fallen beispielsweise Stufen für Treppen im Innen- und Außenbereich, Bäder ganz aus Naturstein, Küchenplatten oder Wände aus Granit. Aber auch Fußböden und Fensterbänke werden hergestellt und versetzt. Die Steine dazu werden zum Beispiel gespalten, behauen, geschnitten, geschliffen und poliert – größtenteils mit Hilfe von modernen, computergesteuerten Maschinen. (zwa)

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