Weiterbildungen weltweit

In der Viessmann Akademie lernen Handwerker, wie es digital funktioniert

Der neuste Stand der Technik: Jannik Veltum (links) und Stefan Hoffmann, Leiter der Viessmann-Akademie, stehen an einem „Vitovalor“ – ein Brennstoffzellen-Heizgerät, welches neben Wärme auch Strom produziert.
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Der neuste Stand der Technik: Jannik Veltum (links) und Stefan Hoffmann, Leiter der Viessmann-Akademie, stehen an einem „Vitovalor“ – ein Brennstoffzellen-Heizgerät, welches neben Wärme auch Strom produziert.

Wo früher mechanische Handgriffe notwendig waren, kommen heute Smartphones zum Einsatz. Die Digitalisierung ist im Heizungsbau voll angekommen. In der Viessmann Akademie bekommen Handwerker die Kniffe beigebracht.

Allendorf (Eder) – Schon seit seiner Jugend steht für Jannik Veltum fest, dass er den Handwerksbetrieb seines Vaters übernehmen will. Der 29-Jährige ist Juniorchef der auf Heizung, Sanitär und Lüftung spezialisierten Veltum GmbH in Waldeck am Edersee. Während des 90-jährigen Bestehens des Betriebs, habe sich die Arbeit komplett verändert, wie Jannik Veltum sagt. „Die technische Weiterentwicklung durch die Digitalisierung ist exponentiell“, sagt Stefan Hoffmann, Leiter der Akademie des Heizungsbauers Viessmann in Allendorf. „Heute produzieren wir kleine Kraftwerke für den heimischen Keller, da kommt man mit den relativ simplen Techniken von damals nicht mehr weit.“ Weil die Entwicklungen so tiefgreifend sind, schult Viessmann seine Partner aus den Handwerksbetrieben selbst. „Wir wollen unsere Partnerbetriebe in die Lage versetzen, neue Produkte sicher und richtig zu verbauen. Das schützt am Ende auch die Marke Viessmann.“

Alle Monteure von Veltum wurden schon bei Viessmann geschult. Dies geschieht nach ihren Einsatzbereichen. Dabei dreht es sich in vielen Fällen um Fragen der elektronischen Steuerung der Anlagen, wo die größten technischen Fortschritte zu verzeichnen sind. Am Ende merken gerade die, die am längsten mit dabei sind, dass die Arbeit einfacher werde, sagt der Juniorchef.

Viessmann bietet Schulungen schon seit den 1960er-Jahren an

Die Schulungen bei Viessmann gibt es bereits seit den 1960ern, ein Ende ist aufgrund der stetigen Weiterentwicklungen nicht in Sicht. „Wir wollen zeigen, was Viessmann ausmacht und die Kunden aus dem Handwerk an uns binden“, sagt Hoffmann. Viele der Partnerbetriebe verbauen nur noch Anlagen von Viessmann, so wie Veltum. „Mehrere Hersteller im Angebot zu haben, bedeutet eine viel größere Komplexität. Das können wir nicht leisten und gleichzeitig unserem Anspruch gerecht werden“, sagt Jannik Veltum.

Die Schulungen werden in jeder der weltweit 120 Viessmann-Niederlassungen angeboten. Außerdem gibt es Online-Kurse, die in Zeiten von Corona besonders stark gefragt sind. In Allendorf stehen 25 Trainer bereit, die alle Erfahrung im Handwerk oder dem Ingenieurwesen haben. 30 000 Handwerker werden dort pro Jahr geschult, weltweit kommt Viessmann auf 90 000 Schulungstage jährlich. Neben technischen Aspekten, die im Mittelpunkt des Weiterbildungsprogramms stehen, gibt es auch Schulungen in den Bereichen Betriebsführung, Verkauf und Teamarbeit.

Nachwuchs ist schwer zu finden

Dass der Beruf des Heizungsbauers nicht mehr nur aus körperlicher Arbeit und Schweißen besteht, habe sich bisher zu wenig rumgesprochen, berichten Veltum und Hoffmann. „Viele wollen erst mal Abitur machen und dann ins Studium. Sie haben leider eine falsche Vorstellung von unserem Beruf“, sagt Veltum. „Wir brauchen mehr Möglichkeiten, um Einblicke in unsere Arbeit zu geben“, so der 29-Jährige mit Blick auf die Berufsinformation an den Schulen. „Es ist nicht so einfach, die Schüler im richtigen Moment mitzunehmen.“ Stefan Hofmann von der Viessmann-Akademie stimmt ihm zu und sagt: „Was Auszubildende heute erleben, hat mit der alten Lehre nichts mehr zu tun.“ (Von Gregory Dauber)

Auch Solar-Spezialist SMA bietet Schulungen an

Auch von SMA aus Niestetal, einem Spezialisten für Fotovoltaik-Systemtechnik, werden Handwerker geschult. Nach Angaben des Unternehmens kommen jedes Jahr rund 5000 Installateure und Planer von Solaranlagen an die „SMA Solar Academy“. Dort wird über neueste Technologien informiert und gelehrt, wie sich Solarsysteme und Batteriespeicher installieren lassen. Die Schulungen seien zielgruppengerecht und praxisnah konzipiert, heißt es von SMA.

Seit 2004 bildet die „SMA Solar Academy“ Anlagenplaner, Installateure und Elektrofachkräfte aus der ganzen Welt aus und qualifiziert sie für die technischen Arbeiten mit Solarsystemen. Derzeit gibt es die „Solar Academy“ in zwölf Ländern der Welt. Auch Online-Kurse, sogenannte Webinare, werden angeboten und ermöglichen eine Teilnahme unabhängig vom eigenen Standort.

„Der hohe Praxisanteil der Trainings taucht immer wieder in den Seminarbewertungen auf“, sagt Tillmann Blume, Leiter der SMA Solar Academy in Deutschland. „Einerseits bekommen wir hierzu das meiste Lob und die Bestätigung für unser Konzept kleiner Schulungsgruppen und intensiver Workshops mit realen Systemen. Gleichzeitig gibt es hierzu aber auch die größte Nachfrage nach noch mehr Praxisanteil.“

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