Allendorf-Eder: Viessmann steigert Umsatz auf 1,7 Milliarden Euro

Allendorf/Eder. Die Viessmann-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück. Der Heiztechnik-Hersteller aus Allendorf/Eder (Waldeck-Frankenberg) hat dank starker Geschäfte in Osteuropa und Großbritannien den Umsatz um 7,4 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gesteigert.

Zum Gewinn machte Firmenchef Martin Viessmann, wie auch in den Jahren zuvor, keine Angaben: „Der Ertrag hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert.“ 2011 soll der Umsatz um weitere 100 Millionen Euro steigen. Um dieses Ziel zu erreichen setzt Viessmann unter anderem auf Wärmepumpen, die Energie speichern können. Bei einem wachsenden Anteil schwer berechenbarer Energieträger wie Wind und Sonne gehe es darum, den Verbrauch der Stromerzeugung anzupassen.

Dazu seien intelligente Systeme, sogenannte Smart Grids, nötig, sagte Viessmann. Die Wärmepumpen könnten bei Bedarf aus dem Speicher Energie abgeben. Trotz des großen Gebäudebestandes hätten die Heizungsmärkte in Deutschland und Frankreich rund vier Prozent ihres Volumens eingebüßt. In Deutschland seien drei Viertel der Gebäude vor 1979 errichtet worden, aber nur ein Fünftel der bundesweit 17,5 Mio. Heizungsanlagen befänden sich auf dem Stand der neuesten Technik.

Viessmann sieht somit viele Möglichkeiten, um Energie sparsamer einzusetzen. Mit einem Anteil von fast 40 Prozent sei der Wärmesektor hierzulande der größte Energieverbraucher – vor dem Verkehr und der Stromerzeugung. „Und er ist bisher alles andere als energieeffizient“, ergänzt Viessmann. Bundesweit ließe sich der Energieverbrauch mit moderner Heiztechnik um insgesamt zwölf Prozent senken. Dass dies keine Rechenspiele sind, beweist das Familienunternehmen seit geraumer Zeit in Allendorf.

Zum einen baute das Unternehmen eine Biogasanlage, zum anderen wurde in großem Stil auf moderne Heiztechnik gesetzt. In Summe spart der Heiztechnikhersteller am Standort nun 40 Prozent fossile Energie ein. Während das Geschäft in Deutschland schleppend verlief, gelang es der Gruppe den Auslandsanteil auszubauen. Er macht mit 968 Mio. Euro 56 Prozent des Umsatzes aus. Um einzelne Produkte gezielter auszurichten, wurden die Viessmann Werke in den vergangenen zwei Jahren in Schritten in 15 Gesellschaften dezentralisiert – für Wärmepumpen, für Wandgeräte, für Logistik und so weiter. Das bedeute zwar mehr Bürokratie, aber die Einheiten könnten sich stärker auf das einzelne Produkt konzentrieren. Auch könnten Zukäufe besser integriert werden. Viessmann: „Wir haben aus einem Tanker viele Schnellboote gemacht.“

Die Beschäftigtenzahl stieg um 500 auf weltweit 9400 Mitarbeiter. Davon arbeiten rund 4000 in Allendorf. Viessmann beschäftigt in der Produktion auch 200 Leiharbeiter.

Von Martina Wewetzer

Dieser Text wurde um 18.30 Uhr aktualisiert.

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