China-Geschäft: Volkswagen wächst weiter stark

Wolfsburg/Hannover. Dank des starken China-Geschäfts und der weiter anziehenden Nachfrage in den USA hat Europas größter Autobauer Volkswagen sein hohes Wachstumstempo auch im Mai halten können.

Seit Beginn des Jahres lieferten die Wolfsburger insgesamt 2,29 Millionen Fahrzeuge ihrer Kernmarke VW-Pkw aus. Wie der Konzern am Dienstag berichtete, waren das 9,4 Prozent mehr als in den ersten fünf Monaten 2011. Im Mai allein betrug das Plus 9,3 Prozent - im Einzelmonat April war es um 3 Prozentpunkte geringer ausgefallen. Vertriebsvorstand Christian Klingler sprach von einer „sehr ordentlichen“ Entwicklung.

Zugleich warnte er vor den anhaltenden Schwierigkeiten in vielen europäischen Krisenländern: „Die Lage in den westeuropäischen Märkten bleibt unverändert angespannt.“ Hier verbuchte Volkswagen seit Jahresbeginn - die gute Entwicklung in Deutschland (plus 2,9 Prozent) herausgerechnet - ein deutliches Absatzminus von 5,8 Prozent. Klar aufwärts ging es dagegen nach wie vor in den Boom-Regionen China und Nordamerika. Während das Reich der Mitte mit einem Zuwachs von 14,7 Prozent in der Absatzstatistik steht, gelang in den USA sogar eine Steigerung von 35,7 Prozent.

Die Oberklasse-Tochter Audi und der Münchner Konkurrent BMW hatten bereits am Montag jeweils einen Absatzrekord für den Monat Mai gemeldet. Bei Betriebsversammlungen am Wolfsburger VW-Stammsitz und bei der Nutzfahrzeugtochter (VWN) in Hannover informierte das Management die Belegschaft über den angekündigten Konzernumbau. Unter anderem stellt VW sein China-Geschäft und die Lkw-Sparte neu auf; bei Audi werden gleich drei Vorstands- von konzernweit 31 Führungsposten neu besetzt.

„Damit geben wir die richtige Antwort auf die gestiegenen Anforderungen“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn in Wolfsburg vor rund 15.000 Beschäftigten mit Blick auf die starke Konkurrenz auf vielen Automärkten. Auch bei Effizienz und Ökologie will der Konzern weiter zulegen. Der mit der IG Metall vereinbarte Tarifabschluss von 4,3 Prozent mehr Geld im Haustarifvertrag der sechs westdeutschen Werke und der VW-Finanztochter sei vernünftig: „Er bietet die verdiente Teilhabe am Erfolg. Gleichzeitig überzieht er aber nicht.“ Die auf Transporter, Lieferwagen und Pick-ups spezialisierte Nutzfahrzeugtochter soll nach den Worten Winterkorns trotz engerer Integration mit Scania und MAN ihre Eigenständigkeit behalten.

Bei einer eigenen Versammlung mit etwa 6000 Kollegen in Hannover begrüßte Betriebsratschef Thomas Zwiebler die „gute Verknüpfung von VWN bei Konzernentscheidungen“. Er forderte aber auch, die Produktion des Nachfolgemodells für den VW Crafter nach dem Auslaufen der Kooperation mit Mercedes-Benz 2016 in Hannover anzusiedeln. (dpa)

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