Konzern präsentiert längeren US-Passat – Neuer Kopf für den US-Markt: Jonathan Browning – Nagelprobe Autoschau Detroit

Volkswagen startet in USA neu durch

Jonathan Browning Foto: VW

Was für ein Gefühlschaos: 2009 herrschte Endzeitstimmung bei den Autokonzernen, wenig später gingen General Motors und Chrysler pleite. Vor einem Jahr war es nur noch Katerstimmung – die Dinosaurier waren zwar gerettet, aber die Kunden blieben weg. Nun, zum Auftakt der Autoschau in Detroit, melden die Konzerne anziehende Verkäufe und sprudelnde Gewinne. Die Amerikaner kaufen wieder Pick-up-Trucks und Sprit schluckende Geländewagen. In China schaffen sich immer mehr Chinesen ihr erstes Auto an – Steigerungsraten von 30 bis 40 Prozent sind dort eher die Regel, denn die Ausnahme.

Und Autokonzern Volkswagen, der 2010 über 7,14 Millionen Fahrzeuge (plus 13,5 Prozent) weltweit absetzte, startet mit einem neuem Mann an der Spitze, um im zweiten Anlauf den US-Markt zu erobern. In Detroit hat der Brite Jonathan Browning (51) seinen ersten großen Auftritt. Er soll das VW-Desaster der 80er-Jahre vergessen lassen. Geht es nach dem Wunsch von VW-Vorstandschef Martin Winterkorn, dann soll Browning den US-Absatz von 260 000 Fahrzeuge verdreifachen. Der Marktanteil von VW läge dann bei sechs Prozent. Die Voraussetzungen sind günstig: Bereits 2010 hat VW 20 Prozent mehr verkauft als im Jahr zuvor.

Brownings Zugpferd ist der US-Passat: 4,87 Meter lang, ohne Spiegel 1,38 Meter breit, ausgestattet mit drei Motorvarianten von 140 bis 280 PS. Preis: um 20 000 Dollar (15 512 Euro plus Steuer). Winterkorn setzt mit Browning auf einen Insider. Im vergangenen Juni kam er zu VW. Seine Karriere begann er 1981 im Vertrieb bei General Motors (GM), 1997 wechselte er zu Ford, 2001 kehrte er zu GM zurück.

Vor zwei Jahren baute VW in Chattanooga im US-Staat Tennessee ein neues Werk. Seitdem wurden eine Milliarde Dollar investiert und über 2000 Mitarbeiter eingestellt. Hier soll auch der US-Passat vom Band rollen. Doch VW will nicht nur Fuß fassen, sondern eine Produktion in den USA schützt auch vor Wechsel-Kursschwankungen.

Mit dem US-Passat soll Browning das Image der „Liegenbleiber“ vergessen lassen. Modelle wie der Jetta hatten es ruiniert. Vom Audi-Image kann Browning in USA nicht profitieren. Die Ingolstädter treten als Konkurrenten auf. Dennoch den Konzernmix hat er auch in der eigenen Familie: Browning selbst steuert einen Touareg, seine Frau einen Audi und die Kinder Gebrauchte von General Motors.

Von Martina Wewetzer

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