Werk Kassel: 16.000 Getriebe pro Tag

Volkswagen startet durch: Quartalsgewinn steigt um 18 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro

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Hans Dieter Pötsch

Wolfsburg/Baunatal. Audi und Porsche halten den Volkswagen-Konzern trotz Gegenwinds bei seiner VW-Kernmarke auf Kurs. In den ersten drei Monaten steigerte der Konzern sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber dem Vorjahresquartal um gut ein Fünftel auf 2,9 Milliarden Euro.

Das teilte VW am Dienstag in Wolfsburg mit. Hinzu kommen anteilig weitere 1,24 Milliarden Euro (das entspricht einem Plus von sieben Prozent) aus den chinesischen Gemeinschaftsunternehmen, die VW getrennt in der Bilanz ausweist. Die Marken: Bei den einzelnen Marken ist das Bild gemischt. Bei der Kernmarke Volkswagen geht das Ergebnis zurück. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch hatte bereits Mitte März gewarnt, dass er in diesem Geschäftsjahr nicht mit einer spürbaren Rendite-Verbesserung bei der Kernmarke VW-Pkw rechne. Diese hatte im vergangenen Geschäftsjahr nur 2,9 Prozent des Umsatzes als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) einbehalten. Zum Jahresstart sind es nur noch 1,8 Prozent – allerdings hatte VW das Auftaktquartal auch schon als schwächsten Jahresteil angekündigt.

Zur Begründung sagte VW, dass die Anlaufkosten für das Geschäft von Morgen im Startquartal bei VW-Pkw hoch ausfielen. Zudem steckt die sp anische Tochter Seat weiterhin in den roten Zahlen. Die Renditeperlen Audi und Porsche bügeln dies aber mehr als aus und katapultieren die Wolfsburger zu neuen Bestmarken. Die Konjunktur: Trotz des Wachstums mahnte Pötsch aufs Neue zur Vorsicht. Die konjunkturelle Lage bleibe angespannt. Er forderte Kostendisziplin, eine nötige „Fokussierung auf unsere Renditeziele“ und „gesteigerte Profitabilität in allen Regionen“.

Das Ergebnis: Während die Kernmarke VW unter anderem auch durch Währungsturbulenzen in Russland und Südamerika Gegenwind spürt, glänzen die Töchter: Audi und Porsche sorgten für 70 Prozent des Ebit. Am Konzernumsatz ist ihr Anteil halb so groß. Das Ebit-Plus liegt auch an Rückstellungen aus dem Vorjahr: Damals hatte das Geschäft mit Nutzfahrzeugen und die Kraftwerkssparte von MAN über 300 Millionen Euro weniger zum Gewinn beigetragen. Unterm Strich blieb insgesamt ein Gewinn von 2,4 Milliarden Euro (plus 18 Prozent).

Der Umsatz: Der Konzernumsatz verbesserte sich dem starken Euro zum Trotz um knapp drei Prozent auf 47,8 Milliarden Euro.

Die Übernahme Scania: Unklar ist noch, ob VW die Übernahme der Lkw-Tochter Scania glückte. Nach dem Ablauf der Angebotsfrist vergangenen Freitag will sich der Konzern diese Woche äußern, ob die Offerte Erfolg hat. Zuletzt hatte sich eine Zitterpartie abgezeichnet, nachdem einige Scania-Aktionärsgruppen das Angebot abgelehnt hatten. Pötsch sagte, dass die Banken derzeit noch auszählten.

VW-Werk Kassel: Für 2014 kalkuliert das VW-Werk Kassel in Baunatal mit rund vier Millionen Getrieben. Pro Tag sind es derzeit im Schnitt 18 000 Stück. Die Umwandlung von Leiharbeiter-Stellen in feste Arbeitsplätze kommt voran. Der Betriebsrat geht in diesem Jahr von 1000 aus, 307 sind bereits übernommen. (dpa/mwe)

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