Nachfolger steht angeblich schon fest

Überraschende Wende bei VW: Vorstandschef Matthias Müller soll Posten räumen

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Matthias Müller

Wolfsburg/Baunatal. Der Autobauer Volkswagen denkt über eine Weiterentwicklung seiner Führungsstruktur nach. Muss Vorstandschef Matthias Müller dafür seinen Posten räumen?

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 16.38 Uhr - Nach Informationen des "Handelsblatts" soll Müller als Konzernvorsitzender abgelöst werden. Wie die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, soll VW-Markenchef Herbert Diess Nachfolger werden. Auch die Deutsche Presse-Agentur vermeldete die Personalie - und bezog sich ebenfalls auf Kreise des Aufsichtsrats und des Unternehmens. Eine offizielle Stellungnahme zu den Berichten gibt es bislang allerdings noch nicht. 

Insidern zufolge ist der Schritt im Rahmen eines größeren Konzernumbaus zu sehen, die insgesamt geplanten Veränderungen seien umfassend.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Weiterentwicklung "mit personellen Veränderungen im Vorstand und mit Änderungen bei den Ressortzuständigkeiten im Vorstand verbunden" sein könnte. Dies teilte der Konzern am Dienstagmittag in einer adhoc-Mitteilung mit. Und weiter: "Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören."

Auf Grundlage dieser Überlegungen führe der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Volkswagen Aktiengesellschaft derzeit Gespräche mit verschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands. Vorstandschef Matthias Müller habe "seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken".

Die Volkswagen-Aktie stieg unmittelbar nach der Ankündigung um fast fünf Prozent.

Am kommenden Freitag trifft sich nach Informationen unserer Zeitung der Aufsichtsrat des Konzerns.

Derzeit ist nach VW-Angaben noch offen, ob die Erwägungen und Gespräche zu einer Weiterentwicklung der Führungsstruktur oder "zu personellen Veränderungen im Vorstand der Volkswagen Aktiengesellschaft führen werden".

Mit einer adhoc-Mitteilung müssen börsennotierte Unternehmen Aktionäre unverzüglich über kursrelevante Vorgänge informieren.

Reaktionen aus Baunatal

Nur wenige Mitarbeiter äußern sich vor dem Haupttor des VW-Werk Kassel in Baunatal zum möglichen Umbau des Konzernvorsdtandes. Einige gehen davon aus, dass Vorstandschef Matthias Müller Mitwisser im VW-Dieselskandal ist. Ein Mitarbeiter wünscht sich, dass auch Mitglieder im Aufsichtsrat ausgetauscht werden. Die meisten Mitarbeiter, die aktuell nach der Arbeit das Werk verlassen, haben bereits an der Arbeit von den möglichen Veränderungen in der Führungsspitze gehört.

Müller ist seit 2015 Vorstandschef bei VW

Müllers Vertrag läuft regulär bis 2020. Der 64-Jährige war im Herbst 2015 an die Spitze von Volkswagen gekommen, nachdem Vorgänger Martin Winterkorn im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden des Abgasskandals in den USA zurücktreten musste.

VW-Chef Müller rechtfertigt sein Zehn-Millionen-Euro-Gehalt

„Immer mit einem Fuß im Gefängnis": VW-Chef Matthias Müller hatte im März sein Millionengehalt gegen Kritik verteidigt. Es gebe zwei Gründe für so eine hohe Vergütung. 

Zuvor hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel „erstaunt“ über gestiegene Gehälter von VW-Managern geäußert.

Die Mitglieder des Volkswagen-Konzernvorstands kassieren für das abgelaufene Jahr deutlich mehr Gehalt als noch 2016. Spitzenverdiener ist Chef Müller.

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