Volkswagen will mit 3,4 Prozent in entscheidende Haustarifrunde gehen

Wolfsburg. Der Autobauer Volkswagen will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur seinen neuen Haustarif rasch unter Dach und Fach bringen.

Dafür geht Verhandlungsführer Martin Rosik am Mittwoch mit Leitplanken in die Gespräche mit der IG Metall, die dem jüngsten Pilotabschluss für den Metall-Flächentarif ähneln. Der Kompromiss gilt inzwischen auch in Niedersachsen, wo fünf der sechs westdeutschen VW-Werke liegen, für die der Haustarif greift. Demnach sollen die 115.000 VW-Haustarif-Beschäftigten von Juni an 3,4 Prozent mehr Geld bei 15 Monaten Laufzeit erhalten. Ein Konzernsprecher in Wolfsburg wollte die Informationen nicht kommentieren.

Hintergrund: Meilensteine im VW-Haustarif

Der Haustarif der Volkswagen AG gilt für 115 000 Beschäftigte und ist der größte Firmentarifvertrag der deutschen Privatwirtschaft. Die wichtigsten Meilensteine:

Nachkriegszeit: Unklare Besitzverhältnisse. VW war unter den Nazis mit dem enteigneten Vermögen der deutschen Gewerkschaften entstanden.

1949: Die Briten geben das Wolfsburger VW-Werk an die Bundesrepublik. Nach einer Teilprivatisierung ist Niedersachsen noch heute VW-Eigner.

1950: Erste Haustarifverträge mit der IG Metall. Die Azubis verdienen im letzten Lehrjahr zwischen 75 und 135 D-Mark (je nach Altersstufe).

1955: Erster Manteltarif. Die Woche hat maximal 48 Arbeitsstunden.

1956-1978: Kampf um Entgelterhöhungen. Die Wochenarbeitszeit sinkt auf 40 Stunden (1966), der Urlaubsanspruch steigt auf 30 Tage (1977).

1993: VW sieht 30 000 Beschäftigte zu viel. Es folgt die 4-Tage-Woche (28,8 Sunden) mit Teillohnausgleich und zweijähriger Jobgarantie.

1997: Eine moderne Regelung für die Altersteilzeit wird festgezurrt.

2000: Tarifverträge zu Leiharbeit und neuen Töchtern (wie Autostadt).

2004: 1. Zukunftstarifvertrag: Für Neueingestellte 35-Stunden-Woche, zudem Start eines Langzeitarbeitskontos (plus/minus 400 Stunden).

2006: 2. Zukunftstarifvertrag mit Anpassungen bei Arbeitszeit und Lohn. Damit liegt das Niveau nur noch leicht über dem Flächentarif.

2008-2010: Seit 2008 orientieren sich VW-Tarifforderungen an denen der Fläche. Die IG Metall erstreitet Regelungen für Altersteilzeit und Duales Studium.

2010: Es gibt eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung, die auch aktuell noch läuft, und 1250 garantierte Ausbildungsplätze pro Jahr.

Rubriklistenbild: © dpa

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