Arbeitsmarkt

Volkswirte: Frühjahrsbelebung fällt im April schwächer aus

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Im Verlauf des Jahres wird durch die vielen Flüchtlinge die Zahl der Arbeitslosen vermutlick etwas steigen. Foto: Oliver Berg

Nürnberg - Auf dem deutschen Arbeitsmarkt läuft es weiter rund. Der Frühjahrsaufschwung fällt jedoch etwas schwächer aus als in den Vorjahren. Dafür ist neben dem milden Winter noch ein anderer Faktor verantwortlich.

Der Frühjahrsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland fällt im April nach Ansicht von Experten etwas schwächer aus als üblich. Grund ist der relativ warme Winter: Die Zahl der Jobsucher war schon in der kalten Jahreszeit nicht so stark wie sonst gestiegen.

Außerdem mache sich der Flüchtlingszugang inzwischen stärker bemerkbar, zeigten sich Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur überzeugt. Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten könnte die saisonbereinigte Erwerbslosenzahl nach ihrer Ansicht erstmals wieder zunehmen.

Auch im weiteren Jahresverlauf werde die Zahl der Jobsucher durch die Zuwanderer moderat zunehmen. "Das wird kein großer Sprung sein, sondern kontinuierlich leicht steigende Arbeitslosenzahlen", sagte etwa Michael Holstein von der DZ-Bank. Die stetige Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt der vergangenen Monate gehe damit zu Ende. Auch Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank sagte: "Das sieht dann schon etwas anders aus, als wir das in letzten drei Jahren gewohnt waren."

Leicht steigende Arbeitslosenzahlen bedeuteten jedoch nicht, dass der Jobmarkt schwächer geworden sei, betonte Stefan Kipar von der BayernLB. "Wir gehen davon aus, dass die Nachrichten vom Arbeitsmarkt insgesamt positiv bleiben. Denn wichtiger ist, dass der Stellenaufbau sich weiter fortsetzt." Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei nach wie vor sehr hoch.

Damit bleibe die Kaufkraft stark oder wachse noch - derzeit ist sie einer der wichtigsten Konjunktur-Treiber. Nur durch den Konsum habe Deutschland als Exportnation die Turbulenzen auf den Weltmärkten zum Jahresanfang gut verdauen können, sagte Holstein. Und die Binnenkonjunktur laufe nach wie vor ordentlich.

Für den April gehen die Volkswirte im Schnitt von einem saisonbedingten Rückgang der Arbeitslosenzahl um rund 70 000 auf 2,78 Millionen aus. Dies wären rund 68 000 weniger Erwerbslose als vor einem Jahr. Im Schnitt der vergangenen drei Jahre war die Zahl der Jobsucher im April um rund 90 000 im Vergleich zum Vormonat gesunken.

Ohne die zum Frühjahrsbeginn etwas stärker ausgeprägten saisonalen Effekte rechnen die Volkswirte im besten Fall mit einer Stagnation bei den Arbeitslosenzahlen. Die meisten gehen aufgrund der Flüchtlingszuwanderung jedoch von einer leichten Zunahme um rund 10 000 aus. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag (28.4.) veröffentlichen.

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