Aufsichtsrat muss Winterkorns Vertragsverlängerung zustimmen

VW-Chef soll bleiben

Kassel. Eigentlich läuft der Vertrag von Martin Winterkorn (63) im November 2011 aus. Doch gehen lassen will den Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen niemand.

Um drei Jahre soll sein Arbeitsvertrag verlängert werden, das hätte der mächtige VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh gern und vermutlich auch der ambitionierte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, dessen enger Vertrauter Winterkorn nicht erst seit der Schlacht um Porsche ist.

Bislang galt es als ausgemacht, dass Winterkorn 2012 Piëch an der Spitze des Aufsichtsrats ablöst. Doch Europas Autobauer hat sich vorgenommen, den aktuellen Weltmarktführer Toyota spätestens bis 2018 zu überholen.

Seine Vertragsverlängerung könnte bereits in der Aufsichtsratssitzung im November oder im Februar beschlossen werden. Doch während alle Welt über sein Bleiben spekuliert, macht Winterkorn das, was er immer macht: „Wiko“, wie er intern heißt, schweigt zu Spekulationen und zu seiner Person.

Winterkorns Position war noch nie so unangefochten. Mit dem kostensparenden „Baukasten-System“ plant er, den Fahrzeugbau im Konzern auf Weltformat zu bringen. Mit den Eliten der Autowelt, die er seit Monaten um sich schart, wird er gemeinsam den Weg an die Weltspitze der Autobauer antreten: Ex-Opel-Chef Hans Demant für die Koordination der internationalen Projekte, Walter de Silva als Designchef, Luca di Meo von Fiat für das Marketing und Ex-Continental-Chef Karl-Thomas Neumann. Zunächst war Neumann Konzernbeauftragter für Elektroantriebe, nun ist er China-Chef.

Als Winterkorn 2007 in Wolfsburg als VW-Chef antrat, hatte der promovierte Metallkundler zwar fünf Jahre an der Spitze der Premiumtochter Audi sein Können als Nummer eins bewiesen. Für den Chefsessel von Europas größtem Autobauer galt der gebürtige Schwabe nicht gemacht. Nachgesagt wird ihm, dass sein Temperament bisweilen mit ihm durchgehe. Aus Überzeugung, nicht als Wohlfühlfaktor, wie mancher Manager unkt, umgab er sich seinerzeit mit einem Küchenkabinett aus Ingolstädter Managern. Souverän mauserte er sich zu Mr. Volkswagen, der sich nicht zuletzt durch sein Verhalten in der Porscheschlacht bei den Mitarbeitern beliebt machte.

Neben der Leidenschaft zum Auto zieht es Winterkorn zum Fußball. Für die gute Sache stellt er sich sogar ins Tor – trotz Bedenken seiner Frau Anita. Die als GmbH geführte VW-Tochter VFL Wolfsburg ist bei ihm Chefsache.

Von Martina Wewetzer

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