Abgas-Skandal

VW erzielt in USA Vergleich für 3,0-Liter-Dieselwagen

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Volkswagen hat in den USA eine Grundsatzeinigung mit Behörden und Kunden über Reparaturen, Rückkäufe und Entschädigungen bei gut 80 000 Dieselwagen ausgehandelt. Foto: Julian Stratenschulte/Symbol

Volkswagen nimmt nach langem Ringen eine weitere wichtige Hürde zur Bewältigung des Dieselskandals: Der zweite Vergleich mit US-Klägern nimmt konkrete Formen - zumindest im Grundsatz wurde nun Einigung erzielt. Details bleiben die Parteien jedoch weiter schuldig.

San Francisco (dpa) - Volkswagen hat in der Affäre um Tricksereien bei Abgastests einen weiteren Vergleich mit US-Klägern ausgehandelt.

Es sei eine Grundsatzeinigung mit Behörden und Kunden über Reparaturen, Rückkäufe und Entschädigungen bei gut 80 000 Dieselwagen ausgehandelt worden, verkündete der zuständige US-Richter Charles Breyer bei einer Anhörung in San Francisco. Es geht um größere Autos aus dem VW-Konzern wie Porsche Cayenne, VW Touareg und verschiedene Audi-Modelle, die verbotene Abgastechnik an Bord haben.

Volkswagen begrüßte den Kompromiss in einer Stellungnahme, der Konzern dankte Kunden und Händlern für ihre Geduld. Bereits am Dienstag hatte man sich mit den US-Behörden geeinigt, Rückkaufe für etwa 20 000 ältere der betroffenen Fahrzeuge mit 3,0-Liter-Dieselmotoren der Konzerntochter Audi anzubieten. Bei den restlichen Autos erhält VW zunächst die Chance zur technischen Umrüstung. Sollte dies scheitern, stehen auch hier Rückkäufe an.

Wer bei der Anhörung am Donnerstag - die wegen einer Verspätung der VW-Anwälte erst mit etwas Verzögerung starten konnte - auf weitere Einzelheiten des angestrebten Vergleichs hoffte, wurde enttäuscht. Breyer gab lediglich erneut zu Protokoll, dass sich der Konzern mit den Fahrzeugbesitzern auf die Zahlung "substanzieller Entschädigungen" verständigt habe. Die Details der Einigung sollen bis Ende Januar ausgearbeitet werden. Dann wird der Richter die Vorschläge prüfen, bevor er am 14. Februar 2017 über seine vorläufige Zustimmung entscheidet.

Zusätzlich zu Rückkäufen, Reparaturen und Entschädigungen muss VW 225 Millionen Dollar in einen Umweltfonds einzahlen und mit 25 Millionen Dollar die Nutzung emissionsfreier Autos in den USA unterstützen. Insgesamt bleiben die Kosten für den zweiten Deal mit US-Klägern wegen der mangelnden Details aber weiter schwer abzuschätzen. Bei etwa 475 000 Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren hatte VW bereits einen Vergleich geschlossen, der den Autobauer bis zu 16,5 Milliarden Dollar kosten kann. Bislang wurden für die Bewältigung der Lasten aus der Dieselkrise 18,2 Milliarden Euro zurückgelegt.

VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, in großem Stil bei Abgastests manipuliert zu haben. Weltweit sind rund 11 Millionen Fahrzeuge von dem Skandal betroffen. Außerhalb Nordamerikas sträubt sich der Konzern bislang gegen Entschädigungen. Doch auch in Deutschland und Europa wollen Anwälte vor Gericht Wiedergutmachung für Kunden erstreiten. In Amerika ist der Fall ebenfalls noch nicht ausgestanden - es drohen weiterhin strafrechtliche Konsequenzen der US-Justiz.

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