VW-Marken erzielen erneut Verkaufsplus - Probleme mit Westeuropa

Wolfsburg/Baunatal. Autos aus dem VW-Konzern finden weiter reißenden Absatz. Doch die Autowelt bleibt geteilt: Während es vielerorts kräftig brummt, korrigiert Europas größter Autobauer seine Erwartungen für Westeuropa nach unten.

Volkswagen bleibt bei seinen Wachstumszielen auf Kurs, sorgt sich aber immer mehr um die Marktschwäche in weiten Teilen Europas. Zwischen Januar und April verkauften die Wolfsburger insgesamt 2,89 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ihrer Konzernmarken - 8,6 Prozent mehr als in den ersten vier Monaten des vorigen Jahres. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, führte vor allem die starke Nachfrage in Asien, Amerika und Osteuropa zu einem erneuten weltweiten Absatzplus. Die Sorge über die Entwicklung in West- und Südeuropa hält jedoch an. „Wir rechnen mit einer weiteren Eintrübung der Märkte“, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Die Folgen der Euro-Schuldenkrise machen sich in der Region auch in rückläufigen Autokäufen bemerkbar. „Unsere Erwartungen haben sich aktuell nach unten entwickelt“, berichtete Klingler. In Westeuropa außerhalb Deutschlands betrug das Konzernminus bei den Auslieferungen seit Jahresbeginn 5,9 Prozent. Weil zugleich Deutschland (plus 5,6 Prozent) sowie Zentral- und Osteuropa (plus 32,0 Prozent) deutlich besser abschnitten, fuhren die VW-Marken auf ihrem Heimatkontinent aber insgesamt noch einen geringen Zuwachs von 2,3 Prozent ein.

Weiter aufwärts ging es in Nordamerika, wo Volkswagen mit Hilfe seiner neuen Fabrik in Chattanooga (US-Bundesstaat Tennessee) Boden gegenüber der Konkurrenz gutmachen will. In der Summe baute der Konzern die Verkäufe und 23,0 Prozent aus, in den Vereinigten Staaten erhielten 32,1 Prozent mehr Kunden ein Auto aus der VW-Familie.

Auch dank seines Asien- und Pazifik-Geschäfts konnte sich der Autobauer gegen die Probleme in Europa stemmen. Um 16,5 Prozent wurde der Absatz gesteigert, in China und Indien gelangen Zuwächse von 15,9 und 17,0 Prozent. In Südamerika war es nur ein halbes Prozent.

Bei der Kernmarke VW-Pkw legten die Auslieferungen um 9,4 Prozent zu. Die Westeuropa-Schwäche machte sich allerdings auch hier deutlich bemerkbar, das regionale Minus belief sich bis Ende April auf 5,1 Prozent. Seat rutschte in Europa um 18,3 Prozent ab, global verkauften die Spanier 13,3 Prozent weniger. Viel besser lief es für die Nobeltochter Audi: Die Ingolstädter kamen insgesamt auf ein Absatzwachstum von 11,7 Prozent. Die tschechische Marke Škoda lieferte knapp ein Zehntel mehr Autos aus, die VW-Nutzfahrzeuge lagen um 6,1 Prozent im Plus. (dpa)

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