Jubel in der Region: VW wird Motorfabrik

Kassel. Baunatal. Volkswagen wird die Motoren für die Elektroautos im Werk Kassel in Baunatal bauen. Dies gab Werner Neubauer, Chef des VW-Geschäftsbereichs Komponente, auf dem jährlichen Führungskräftetreffen des Konzerns in Dresden am Donnerstagnachmittag bekannt.

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In Baunatal soll der komplette Antriebsstrang – zunächst für den Kleinwagen e-Up, der 2013 auf den Markt kommt – gefertigt werden. Derzeit werden im Werk die Antriebe für den Flottenversuch gebaut, der mit 80 E-Fahrzeugen bereits angelaufen ist. „Für das Werk und seine Mitarbeiter ist dies ein enormer Vertrauensbeweis in ihre Leistung“, sagte Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker. Insgesamt will Europas größter Autobauer in den kommenden fünf Jahren über vier Milliarden Euro in neue Antriebe investieren – vom Verbrennungsmotor bis zum Hybridantrieb. Der Betrag für die Elektromotoren macht bei dieser Summe nur einen Bruchteil aus. Um die Serienfertigung zu starten, wird VW zehn Millionen Euro am Standort investieren.

Beim Rennen um die Fertigung des E-Antriebs ließen die Baunataler Mitbewerber wie Toshiba weit hinter sich. Technisch wie wirtschaftlich habe das Entwicklungsteam in Wolfsburg überzeugt, sagte VW-Betriebsratschef Jürgen Stumpf.

Mit dem E-Antrieb betritt das Werk Neuland. Dass solch ein Entwicklungsprozess überhaupt möglich wurde, liegt auch am Innovationsfonds des Konzerns. Aus ihm wurde die Entwicklung mitfinanziert. Er ist Teil des Beschäftigungssicherungspakts. Starten wird die Fertigung des E-Antriebs mit 40 Einheiten pro Tag. Zum Vergleich: Derzeit fertigt das Werk täglich 15 000 Getriebe für Verbrennungsmotoren.

Der E-Antrieb von VW

Mit dieser Entscheidung schlägt der Wolfsburger Autokonzern einen anderen Weg ein als Mitbewerber Daimler. Die Schwaben suchen für die E-Motoren, wie jetzt bekannt wurde, nach einem externen Partner.

Laut TÜV Rheinland ist das E-Auto von VW bereits der Renner. Einer repräsentativen Umfrage zufolge wartet fast jeder Vierte auf den Elektro-Golf, der kurz nach dem e-Up auf den Markt kommen soll. Auf dem zweiten Platz folgen mit 15 Prozent die E-Autos von Toyota. Mit je 8,1 Prozent rangieren BMW, Mercedes und Opel auf den folgenden Plätzen.

Von Martina Wewetzer

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