Börse reagiert mit Auf und Ab auf das vertagte Hilfspaket – Ölpreis fällt

Tag der Wahrheit in Athen

Frankfurt. Die Griechenland-Krise bestimmt weiterhin die Entwicklung am Aktienmarkt. Hatte das Gezerre über die Freigabe weiterer Finanzhilfen am Montag noch für Verunsicherung an den Finanzmärkten gesorgt, gaben sich die Anleger am Dienstag vor der Vertrauensabstimmung im griechischen Parlament recht zuversichtlich.

Das für den Abend anstehende Votum über die Regierung des Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou gilt als Signal für die Haltung der Abgeordneten zu den Sparplänen. Geld aus Europa gibt es nur, wenn das Parlament dem Sparkurs zustimmt. Scheitert Papandreou, ist das Land kaum vor einer Pleite zu retten. An den Börsen überwog gestern die Hoffnung, dass er sich durchsetzt und der Weg somit frei wird für ein weiteres Milliarden-Hilfspaket.

Dax pendelt um 7200 Punkte

Der Dax pendelte gestern um 7200 Punkten und schloss um 17.30 Uhr mit plus 1,89 Prozent bei 7285 Punkten. Selbst der Einbruch des ZEW-Konjunkturbarometers – einer der wichtigen Stimmungsindikatoren der Wirtschaft – um 12,1 Zähler auf minus neun Punkte konnte die Zuversicht nicht eintrüben.

Auch die Kletterpartie des Euro konnte die sich abzeichnende Abschwächung der Konjunktur nicht stoppen. Aufgrund der Hoffnung auf frisches Geld für Griechenland legte die Gemeinschaftswährung Euro binnen Tagesfrist um einen halben Cent auf 1,44 Dollar zu. Dies alles rückte an der Börse gestern in den Hintergrund. Stattdessen gleicht das Geschehen seit Montag einem Auf und Ab. „So lange es nicht zu einer Auszahlung der nächsten Tranche des Rettungspakets kommt, wird sich an der Berg- und Talfahrt des Dax nichts ändern“, sagte gestern ein Börsianer.

Im Fokus standen – wie oft in den vergangenen Tagen – die Aktien der Banken und Versicherer. Sie gehören zu den großen Gläubigern der angeschlagenen Euro-Staaten. Nach Angaben des Bankenverbands halten die deutschen Banken griechische Schuldenpapiere im Volumen von 20 Milliarden Euro. Fanden sich die Aktien von Banken und Versicherern am Montag noch unter den Verlierern im Dax, punkteten sie gestern. Commerzbank (plus 4,49 Prozent), Deutsche Bank (plus 2,53 %), Allianz (plus 2,43 %), und Münchner Rück (plus 1,31 %) gehörten zu den Gewinnern.

Weniger erfreulich reagierten die Rohstoffmärkte – insbesondere der Ölmarkt. Der Ölpreis fiel als Folge der Vertagung der Griechenland-Hilfe um einen halben Dollar auf 111,79 pro Barrel (159 Liter). Spitzt sich die Krise weiter zu, könnte dies zum Abschwung in der Wirtschaft und zu einer geringeren Nachfrage nach Öl führen, erklärten Händler.

Droht der Abschwung?

Ob dies Vorboten für ein Ende des Aufschwungs sind, wird an der Börse bezweifelt. Commerzbank-Analystin Ulrike Rondorf meint: „Zwar sind die besten Zeiten für die Wirtschaft vorbei, aber das konjunkturelle Umfeld bleibt im historischen Vergleich eindeutig überdurchschnittlich.“

Die Aktien der regionalen Unternehmen notierten gestern durchweg im Plus – Volkswagen, Daimler, K + S, Continental, SMA und Rheinmetall machten Gewinne.

Von Martina Wewetzer

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