Alles im Griff

Wann sich der Wechsel von Versicherungen lohnt

+
Auch wenn es für manchen lästig ist - ab und an lohnt es sich, seine Versicherungen zu sortieren. Nicht jede Police ist nötig. Und manchmal lohnt sich auch ein Neuabschluss. Foto: Christin Klose

Egal, ob Haftpflicht, Zahnzusatz oder Unfall - Versicherungen hat fast jeder. Doch nicht jeder braucht jede Versicherung. Wer regelmäßig seine Policen checkt, kann nicht nur sparen. Oft kann er durch einen Wechsel sogar an bessere Bedingungen kommen.

Düsseldorf (dpa/tmn) - Papierkram ist lästig. Aber er kann sich manchmal lohnen. Bei den Versicherungsverträgen ist es durchaus sinnvoll, in regelmäßigen Abständen aufzuräumen.

"Versicherungen einmal abzuschließen und dann im Ordner verstauben zu lassen, ist nicht gut", sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ein Grund: Im Laufe der Zeit passen die Unternehmen ihre Bedingungen immer wieder an neue Gegebenheiten an.

Und das ist oft zum Vorteil der Verbraucher: "In einigen Sparten gibt es fast so etwas wie einen Wettbewerb um die besten Versicherungsbedingungen", erklärt Susanne Meunier von der Stiftung Warentest. So bekommen Versicherte in der Privathaftpflicht- oder der Hausratversicherung heute besseren Schutz für ihr Geld. Zudem lassen sich durch einen Tarif- oder Versicherungswechsel sogar teilweise mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen. Besonders bei der Autoversicherung lohne sich ein jährlicher Wechsel.

Aber müssen sich Verbraucher jedes Jahr eine neue Versicherung suchen? "In den meisten Fällen reicht es, wenn sie alle paar Jahre ihre Verträge kritisch überprüfen", beruhigt Weidenbach. "Das kann Ihnen aber auch das gute Gefühl geben: "Ich habe alles im Griff"." Spätestens aber, wenn sich etwas an den Lebensumständen ändert, lohnt sich ein Blick. "Paare, die zusammenziehen, können einige ihrer Policen zusammenlegen", sagt Meunier. Und werden Kinder geboren, sollten bestehende Policen auch sie einschließen.

Versicherungen ständig auf den Prüfstand zu stellen, ist aber nicht immer angebracht. Sinnvoll ist das bei Sachversicherungen wie Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Hausrat- oder Gebäudeversicherungen. "Bei Personenversicherungen ist ein regelmäßiger Wechsel nicht unbedingt ratsam", sagt Weidenbach. Denn etwa bei Berufsunfähigkeits- oder Pflegezusatzversicherung werden das Leben oder zumindest das persönliche Risiko versichert. Oft müssen vor Vertragsschluss Gesundheitsfragen beantwortet werden. Auch werden einige solcher Versicherungen teurer, wenn man sie in höherem Alter abschließt.

Aber welche Versicherungen braucht man überhaupt?

- HAFTPFLICHT: Neben Pflichtversicherungen wie Krankenversicherung sollte jeder Verbraucher eine Private Haftpflichtversicherung haben, raten die Experten. Wer anderen einen Schaden zufügt, etwa bei einem verschuldeten Unfall, kann dadurch in existenzielle Not geraten.

- BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG: Grundlegend ist diese Versicherung aus Sicht der Experten. "Sie deckt das finanzielle Risiko eines Einnahmeausfalls ab, wenn Sie wegen einer Erkrankung nicht mehr arbeiten können", erklärt Weidenbach. Aber Vorerkrankungen oder ein risikoreicher Beruf sind oft ein K.o.-Kriterium.

- LEBENSVERSICHERUNG: Wichtig ist eine Risikolebensversicherung - zumindest für Paare mit Kindern. Dadurch wird die Familie finanziell abgesichert, sollte ein Elternteil unerwartet sterben. Etwa 600 Euro Jahresbeitrag kostet der Schutz laut Stiftung Warentest für eine Versicherungssumme von 250 000 Euro.

- AUSLANDSREISEKRANKENVERSICHERUNG: Für alle, die es immer wieder in die Ferne zieht, lohnt sich eine Auslandsreisekrankenversicherung. Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Rücktransport in der Regel nicht. Versichert sind meist Reisen bis zu sechs Wochen. Für längere Reisen gibt es spezielle Policen.

Literatur:

Elke Weidenbach: "Richtig versichert - Wer braucht welche Versicherung?", Verbraucherzentrale NRW 2016, 184 Seiten, 16,99 Euro

Bedarfcheck vom Bund der Versicherten

Tipps der Stiftung Warentest

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.