IMK warnt vor Umschuldungen der Krisen-Euroländer

Frankfurt - Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hat vor der Umschuldung der Euro-Krisenländer gewarnt. Welche Folgen das Institut prophezeit:

Staatsbankrotte zuzulassen, käme einer Privatisierung von Staatsanleihen der Euroländer gleich, sagte der Wissenschaftliche Direktor des IMK, Gustav Horn, am Donnerstag in Berlin. Würde etwa eine Umschuldung Griechenlands beschlossen, so befürchte er eine Kettenreaktion, die bis nach Spanien reichen könne, sagte er.

Die institutionellen und strukturellen Probleme der Euroländer seien “bei weitem noch nicht gelöst“, sagte Horn. Der Rettungsschirm allein reiche nicht für eine wirkliche Beruhigung. Er plädierte für einen Europäischen Währungsfonds und Eurobonds mit einem niedrigen Zinssatz und Auflagen für die betreffenden Länder.

Die Schulden-Sünder der Euro-Länder im Ranking

Die Schuldensünder der Euro-Länder im Ranking

“Lassen wir einen Staatsbankrott zu, dann überschreiten wir diesen Rubikon“, sagte er. Dann würden Staatsanleihen der Euroländer künftig mit einem Risikoaufschlag gehandelt, was sie weniger wettbewerbsfähig gegenüber vergleichbaren Papieren etwa der USA oder Japans mache. Auch eine Beteiligung der Gläubiger an der Lösung der Schuldenkrisen in Euroländern “klingt zwar gerecht“, sagte Horn, sie würde aber die Abschreibungen der beteiligten Institute und damit wieder das Risiko der Staatsverschuldung erhöhen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.