Warnung vor "Super-Lover-Kaugummis"

Düsseldorf - Vor gefährlichen “Super-Lover-Kaugummis“, Schlankmachern und Fitnesspräparaten aus dem Internet hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gewarnt.

Fast jedes dritte Nahrungsergänzungsmittel ausländischer Herkunft, das die Verbraucherschützer bei Testkäufen erwarben, enthielt illegale und hochgradig gesundheitsschädliche Substanzen. Das teilte die Verbraucherzentrale am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Diese Produkte setzen auf Natur statt Aromastoffe

Naturprodukte ohne Aromastoffe
Bio-Jogurt mild, Heidelbeere von Andechser Natur © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Fruchtjoghurt mild Heidelbeere dennree © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Swiss Yoghurt Erdbeere von Emmi © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Bio Joghurt mild Pfirsich Maracuja von Söbbeke © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Gewürzgurken von Bio Company © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Gewürzgurken von Juwelier © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Gewürzgurken von Marschland Naturkost © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Zartbittertäfelchen Sélection von Alnatura © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Bio Fairetta Kids mit Milchcremefüllung von GEPA © GEPA/Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Edelschokolade aus original Arriba Ecuador Edelcacao 70% von J. D. Gross © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Schokolade Edelvollmilch Ecuador 42% Kakao von Naturata © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Vollmilch Schokolade von Rapunzel Schokolade © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Plantagenschokolade Nouméa Edel-Vollmilch Kakao: 35% von Rausch © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Maischips Natur von Alnatura © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Kartoffelchips mit Meersalz von Alnatura © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Tortilla Chips mit Meersalz von Bio Zentrale © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Chipsfrisch gesalzen von Funny Frisch © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Bio Mais-Chips Chili MAYKA © MAYKA/Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Naturals leicht fein gesalzen von Lorenz © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Bio Kartoffel-Chips Natur mit Meersalz von MAYKA © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Linseneintopf von Alnatura © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Pizza Salami von Alnatura © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Pasta Gericht Tagliatelle Wildlachs von Frosta © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Gulaschsuppe von Ökoland © Ökoland/Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Eiersalat von Alnatura © Hamburger Verbraucherzentrale
Naturprodukte ohne Aromastoffe
Früchtetee von Herb-Service © Hamburger Verbraucherzentrale

Der Online-Handel mit Präparaten aus alle Welt, die besseren Sex, eine schönere Figur oder mehr Fitness versprechen, ist nach Angaben der Verbraucherzentrale inzwischen ein Milliardengeschäft. Schließlich sind die angeblichen Wundermittel nicht billig: Rund 30 Euro geben Online-Käufer im Schnitt für eine Packung aus.

Bei einer mit Unterstützung des nordrhein-westfälischen Verbraucherministeriums durchgeführten Untersuchung ließen die Tester 70 im Internet erworbene ausländische Produkte aus den Bereichen Anti-Aging, Gewichtsreduktion, Potenz- und Libidosteigerung sowie Fitnesszuwachs auf ihre Inhaltsstoffe analysieren.

Verbraucherschützer wollen mehr Kontrollen

Das Ergebnis war erschreckend: Jedes dritte der Power-, Potenz- und Schlankheitsmittel enthielt nicht zugelassene Wirkstoffe, die weder auf der Webseite noch auf der Verpackung angegeben waren. Obwohl alle Produkte als “natürliche“ Nahrungsergänzungsmittel verkauft wurden, enthielten 13 von 21 Schlankheitsmitteln, 8 von 13 Libido- und Potenz-Präparaten sowie 6 von 21 Sportlerprodukten verbotene und riskante Arzneien.

Die bedenklichsten Produkte enthielten verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Sibutramin und Tadalafil oder Stimulanzen wie Ephedrin und Amphetamin. Der Arzneiwirkstoff Sibutramin, bei der Untersuchung in Diät-Pillen aufgespürt, kann erhöhten Blutdruck, eine gesteigerte Herzfrequenz und starke Übelkeit auslösen. In Schlankmachern enthaltenes Phenolphthalein gilt als potenziell krebserregend. Tadalafil, das sich als Zutat in angeblich rein pflanzlichen Potenzmitteln fand, wird zur Behandlung von Impotenz eingesetzt und kann bei falscher Medikation zum Kollaps führen.

Lebensmittelmythen - Hätten Sie's gewusst?

Hilft Cola bei Magen-Darm-Infekten? Gerade bei Durchfall sollte man auf Cola verzichte und lieber ungesüßten Kräutertee oder stilles Mineralwasser trinken. © dpa
Ist helles Brot ungesünder als dunkles? Die Farbe des Brotes sagt nichts darüber aus, ob es gesund ist oder nicht. Es zählt, was drin ist: Weizen- oder Vollkornbrot. Nur Brot aus Vollkornmehl enthält das volle Korn. Die Bezeichung "Vollkornbrot" sollte auch auf der Packung stehen.   © dpa
Verursachen frisch gebackene Teigwaren Magenschmerzen? Ja. Frisches Brot ist weich, wird weniger gekaut und in großen Stücken heruntergeschluckt. Dabei kann viel Luft in den Magen gelangen und der Körper verdaut langsamer. Man bekommt Blähungen und Magenschmerzen. © dpa
Dürfen Muscheln nur in Monaten mit "r" verzehrt werden? Nein. Muscheln dürfen das ganze Jahr über gegessen werden. Die alte Volksweisheit stammt noch aus der Zeit, in der es die heutigen Kühlmethoden noch nicht gab. Tipp: Muscheln aus kontrollierter Zucht kaufen und auf einwandfreie Kühlkette achten. © dpa
Macht Spinat stark? Nein. In 100 Gramm Spinat stecken nur 3 Milligramm Eisen - und nicht wie lange Zeit angenommen 35 Milligramm. Das ist zu wenig, um als wahres Kraftpaket für den Körper zu gelten. Gesund ist Spinat aber trotzdem. © dpa
Sind Karotten gut für die Augen? Ja, denn sie enthalten Betakarotin, eine Vorstufe des Vitamn A, das wichtig ist für Abwehrkräfte, Wachstum, Haut, Schleimhäute und Augen. Ein Mangel an Vitamin A kann zu Nachtblindheit führen. Dem kann man mit Betakarotin in gewissen Maßen vorbeugen. © dpa
Dürfen Gerichte, die Pilze enthalten, aufgewärmt werden? Ja, wenn die Gerichte gekochte Pilze enthalten. Man sollte sie auf über 70 Grad erhitzen. Gerichte mit rohen Pilzen sollte man dagegen nicht aufbewahren. © dpa
Ist "Tafelwasser" gesund? Ja. Tafelwasser ist lebensmittelrechtlich gesehen Trinkwasser aus der Leitung, das die Hersteller mit Mineralwasser, Meerwasser, Kochsalz sowie weiteren Zusatzstoffen wie Kalium und Natrium versetzen. Es kann bedenkenlos getrunken werden. © dpa
Nimmt man ab, wenn man "Light"-Produkte isst? Nein. Viele "Light"-Produkte haben fast genauso viele Kalorien wie ihre vollfetten Pendants. Außerdem sorgt das Gewissen dafür, dass man sich gerne noch einen Nachschlag nimmt. © dpa

Stimulanzen, die im Großteil der vermeintlich “natürlichen“ Fitnessprodukte verwendet wurden, spendeten dem Körper keine neue Energie, sondern beuteten die Energiereserven des Körpers bis zur völligen Erschöpfung aus. Eine Überdosierung könne Freizeitsportlern Muskelblockaden und im Extremfall den Tod bescheren, warnten die Verbraucherschützer. Um sich einen seriösen Anstrich zu verpassen, bedienten sich einige Firmen unverfroren falscher Gütesiegel - etwa von der Stiftung Warentest.

Es sei fatal, dass Anbieter das Internet als Schlupfloch nutzten könnten, kritisierten die Verbraucherschützer. Notwendig sei eine konsequente Überwachung des Markt-Segements durch die Behörden und eine effizientere Verfolgung und Ahndung von Verstößen. Auch Online-Plattformen wie Ebay oder Amazon müssten die bei ihnen angebotenen Waren stärker kontrollieren, verlangte die Verbraucherzentrale.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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