Warten auf Innovationen: E-Autos sind noch eine Randerscheinung

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Das Konzeptfahrzeug Smart forvision soll die E-Mobilität bei Smart voranbringen. Es ist ein gemeinsames Produkt mit BASF.

Frankfurt. Von Elektroautos ist oft die Rede - zumal auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA). Auf der Straße sieht man sie jedoch selten. Es gibt derzeit auf dem deutschen Markt nur vier Autos mit Akku-Antrieb.

Laut dem Automobilexperten Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen waren Ende 2010 rund 1800 Pkw mit E-Motor zugelassen. 2011 rechnet er mit 1800 Neuzulassungen batteriebetriebener Pkw, 2012 mit 4500.

Den Durchbruch erwarten Europas Automanager 2022. Das geht aus dem „European Survey 2011“ hervor, den die Prüfungsgesellschaft Ernst & Young erstellt. Jeder vierte befragte Manager glaubt, dass die E-Fahrzeuge 2018 kein Nischenprodukt mehr sein werden. So dürften auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA etliche Hersteller ihre Trümpfe in Sachen E-Mobilität zeigen.

• Bei Opel und Chevrolet starten Ampera und Volt. Die Limousinen fahren mit 150 PS starken E-Motoren bis zu 160 Kilometer pro Stunde schnell. Wenn die Akkus nach etwa 80 Kilometern leer sind, liefert ein Benzin-Generator Strom für weitere 400 Kilometer. Der Ampera soll ab 43 000 Euro zu haben sein, der Volt für knapp 1000 Euro weniger. Den Opel-Agila testen derzeit in Berlin 100 Siemens-Mitarbeitern als Dienstwagen. Stand 4.0 A23/8.0 D09/F FA429

• Mercedes hat für 2012 eine Elektroversion des Flügeltürers SLS in kleinen Stückzahlen versprochen. Zeitgleich soll ein E-Smart das Produktportfolio ergänzen. Die Stuttgarter zeigen das Konzeptfahrzeug Smart forvision, eine Zusammenarbeit mit BASF. So sind Bauteile wie die Türen aus Epoxidharz. Das spart Gewicht. Stand F FA13/ FO.0 A01

• Als erstes Elektroauto von BMW startet 2013 das Mega-City-Vehicle i3. Der Wagen besteht weitgehend aus dem Leichtbaustoff Karbon. „Der i3 wird günstiger als ein 5er-BMW“, sagte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer. Die Anschaffungskosten würden damit unter 40 000 Euro liegen. Stand 11.0 A01

• Im selben Jahr will Volkswagen den Golf der nächsten Modellgeneration unter Strom setzen und die E-Variante des neuen Kleinwagens Up auf den Markt bringen. Stand 3.0 A01

• Renault stellt mehrere E-Autos in Aussicht: Bis 2012 wollen die Franzosen vier Modelle auf den Markt bringen - vom zweisitzigen Stadtwagen Twizy bis zur Mittelklasse-Limousine Fluence. Stand 3.1 A08

E-Autos sind drei- bis viermal teurer wie vergleichbare Modelle mit konventionellem Antrieb. (mwe/dpa)

Zahlen und Fakten zum E-Antrieb

Die Zukunft soll dem Elektro-Antrieb gehören, der Diesel und Benziner langsam verdrängt. Einige Zahlen und Fakten:

• Eine E-Maschine, also der Motor-Generator inklusive der Elektronik, wiegt etwa 50 bis 70 Kilogramm. Ein 4-Zylinder-Benziner wiegt ungefähr um die 220 Kilo, eine kleinere Dieselmaschine fast 300 Kilogramm. Der Vergleich der Antriebe ist nur die halbe Wahrheit: Entscheidend ist das Gesamtgewicht: die viel schwerere Batterie und beim Verbrenner der gefüllte Tank.

• Die Reichweite ist eines der größten Probleme bei E-Autos. Als Faustformel gilt, dass für eine ähnliche Streckenleistung wie mit einem spritfressenden Fahrzeug das 10- bis 20-fache der Batterie benötigt wird. Bei 60 Litern Tankvolumen wären das 600 bis 1200 Liter Batterievolumen. Die Leistungssteigerung der Batterien ist eines der wichtigsten Themen beim E-Auto.

• Die E-Maschine ist auf Lebensdauer wartungsfrei. Verbrenner nicht. Die Batterien werden aber mit der Zeit und dem Laden schwächer.

• Ein E-Motor braucht keinen Ölwechsel. Die Lagerfette sind auf eine lebenslange Funktionstüchtigkeit ausgelegt. (dpa)

Wo liegen die Probleme auf Anbieterseite?

E-Autos sind noch deutlich teurer als Verbrenner. Ihre Batterien erlauben derzeit nur geringe Reichweiten. Da beim Strom der Zukunft stärker auf Wind und Sonne gesetzt werden soll, diese Energieformen aber schwanken, müsste das Stromnetz intelligenter werden und mitdenken, wie E-Autos am besten Strom einspeisen.

Was wäre, wenn sich Car-Sharing (Teilen eines Autos) als Massengeschäft durchsetzt?

Für Autobauer könnte dies bedeuten, dass sie im Segment der E-Kompaktwagen stärker Flottenanbietern gegenüberstehen und die Markenloyalität der Kunden bröckelt. (dpa)

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