Was deutsche Telefon- und Internetkunden 2016 erwartet

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Eine wichtige Entscheidung für Viel-Telefonierer ist getroffen - 2016 sollen die Roaminggebühren bei Auslandsreisen deutlich sinken. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Frankfurt/Main (dpa) - Der Zusammenschluss von E-Plus und Telefonica Deutschland (O2) vor gut einem Jahr hat den Mobilfunkmarkt in Deutschland durcheinandergewirbelt. Ob Verbraucher davon profitieren, ist allerdings fraglich.

Wie entwickelt sich der Mobilfunk-Markt ?

Auch nach der milliardenschweren Übernahme von E-Plus durch Telefonica Deutschland (O2) führt die Telekom das Feld gemessen am Umsatz weiter an. Sie hat Experten zufolge im Schnitt die höchsten Preise, aber auch die beste Netzqualität, wie der jüngste Test der Fachzeitschrift "Connect" zeigt. Telefonica kümmert sich um die Zusammenschaltung der beiden Netze, die Manager Markus Haas als ein "in Europa einmaliges technisches Großprojekt" bezeichnet - das bindet Kräfte. Der Konzern will daher momentan lieber den wachsenden Datenhunger nutzen, um mehr Geld zu verdienen und den Marktanteil zu halten, als offensiv um neue Kunden zu werben. Grund dazu hätte vor allem Vodafone: Zuletzt lief das Geschäft spürbar schwächer als bei den anderen. Allerdings arbeitet das Unternehmen noch an der teuren Aufrüstung seines Netzes mit 24 000 Funkstationen.

Wie geht es mit den Preisen weiter?

Der Wettbewerb wird nach Einschätzung der Monopolkommission durch die Fusion gebremst. Die Mobilfunkpreise fallen in Deutschland also weniger stark als in der Zeit vor dem Zusammenschluss von O2 und E-Plus, aber sie gehen weiter zurück: Im November um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Roaminggebühren fallen erst Mitte 2017 weg, werden aber 2016 bereits gesenkt. Wettbewerbsexperten wie Daniel Zimmer von der Monopolkommission warnen aber davor, dass die Netzbetreiber im Gegenzug die Inlandstarife erhöhen könnten. Netzbetreiber und Regulierer verweisen dagegen darauf, dass die in Deutschland starken Mobilfunkprovider wie Freenet, United Internet und Drillisch mit niedrigen Preisen den Kampf um die Kunden in Gang halten. Die Anbieter mit Marken wie Mobilcom-Debitel, 1&1 und Smartmobil haben keine eigenen Netze, sondern mieten Leitungen und bieten darüber eigene, oft günstigere Tarife an.

Wie steht Deutschland im europäischen Vergleich da?

Gerade bei Preisen für Datenverbindungen ist noch Luft nach unten. Denn im europäischen Vergleich fallen die Datenpakete, die man hierzulande je Euro bekommt, mickrig aus. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der finnischen Unternehmensberatung Rewheel. In Deutschland kann man demnach für 35 Euro neben einer Telefonie- und SMS-Flatrate gerade einmal 2 Gigabyte (GB) Daten pro Monat im schnellen Datenfunk LTE bekommen - in Frankreich sind es 50 Gigabyte.

Was können die Nutzer im mobilen Internet erwarten?

Kunden schauen zunehmend auf die Höhe des monatlichen Datenlimits, um vor Monatsende beim mobilen Surfen nicht auf Schneckentempo gebremst zu werden. Mehr als ein Drittel der O2-Neukunden buchte etwa zuletzt ein monatliches Datenvolumen über 1 Gigabyte. Die Netzbetreiber dürften bei ihren Hausmarken die Tarife schrittweise weiter aufbessern. Im Herbst schraubte die Telekom die Datengrenzen vieler Tarife hoch. Allerdings werden weitere Upgrades wohl nicht sehr üppig ausfallen: Die Netzanbieter verdienen schließlich gut damit, wenn Kunden ihr Volumen schon vor Monatsende verbrauchen und dann Pakete nachbuchen.

Wie kommt der Ausbau des schnellen Datenfunks voran?

Der LTE-Ausbau bei den Anbietern geht weiter. In abgelegenen Landstrichen wird es mit deutlich schnelleren Internetverbindungen allerdings noch ein wenig dauern. Die erst im April für Milliardenbeträge versteigerten neuen Mobilfunkfrequenzen können erst 2017 genutzt werden.

Was passiert im Festnetz?

Zuletzt sorgte die Empfehlung der Bundesnetzagentur zur umstrittenen Vectoring-Technologie der Deutschen Telekom beim Ausbau des Breitbandnetzes für Ärger bei Verbraucherschützern und Konkurrenten. Die Bonner sollen das Recht bekommen, Teile des Netzes allein zu nutzen. Das könnte bedeuten, dass VDSL-Kunden anderer Anbieter zur Telekom wechseln müssen, weil nur ein Anbieter um einen Hauptverteilerkasten die schnellere Vectoring-Technik anbieten kann. Dafür - so argumentiert zumindest die Telekom - könnte es aber auch zügiger vorangehen mit dem Ausbau der alten Kupferleitungen. Schnellere Internetleitungen würden für viele möglich. Ob es so kommt, muss noch in einem Beratungsverfahren entschieden werden.

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