Vertrauliche Informationen

Was die Geheimhaltungspflicht für Betriebsräte bedeutet

+
Wenn sich Betriebsratmitglieder nicht an die Verschwiegenheitspflicht halten, müssen sie mit Ausschluss und Schadenersatzforderungen rechnen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Betriebsräte wissen oft mehr über interne Angelegenheiten im Unternehmen als andere Beschäftigte. Was müssen sie dabei für sich behalten? Und was passiert, wenn sie gegen die Geheimhaltungspflicht verstoßen?

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Das macht ihren Beruf aus: Bei ihrer Arbeit erfahren Betriebsräte Brisantes sowohl von Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberseite. Was dürfen sie weitergeben und was nicht? Und welche Konsequenzen drohen ihnen, wenn sie sich nicht an die Geheimhaltungspflicht halten?

Der Bund-Verlag gibt einen Überblick zu den wichtigsten Fragen:

Für wen gilt die Verschwiegenheitspflicht?

Sowohl Mitglieder als auch Ersatzmitglieder unterliegen einer Geheimhaltungspflicht. Aber auch Sachverständige und Auskunftspersonen, die den Betriebsrat beraten, müssen Interna für sich behalten. Die Pflicht zum Stillschweigen besteht auch nach dem Ausscheiden aus dem Betriebsrat weiter.

Was ist alles geheim?

Dazu zählen Tatsachen, Umstände und Vorgänge, die im Zusammenhang mit dem Geschäftsbetrieb stehen und nicht offenkundig sind. Der Arbeitgeber muss die Tatsache aber ausdrücklich als "geheimhaltungsbedürftig" kennzeichnen. Erst dann ist die Verschwiegenheitspflicht für den Betriebsrat verbindlich.

Gibt es Grenzen der Geheimhaltungspflicht?

Ja. Die Betriebsratsmitglieder müssen sitten- oder gesetzeswidrige Angelegenheiten des Arbeitgebers - etwa Steuerhinterziehung - nicht geheim halten.

Was passiert, wenn ein Betriebsrat gegen die Pflicht verstößt?

Auf Antrag kann das Arbeitsgericht das Mitglied ausschließen. Hinzu kommt das Risiko einer Schadenersatzpflicht, wenn dem Unternehmen durch das Preisgeben vertraulicher Informationen ein Schaden entstanden ist. Trotz des besonderen Kündigungsschutzes kann sogar eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sein, wenn die Verletzung der Geheimhaltungspflicht besonders schwerwiegend ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.