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Krebs-Gefahr durch Planschen im Pool? Welche Chemikalien gefährlich sind

Chemikalien sind im Pool eigentlich ein Muss. Neue Studien weisen auf erschreckende Folgen hin. Selbst Krebs könnte von Chlor ausgelöst werden. Experten äußern sich dazu.

Können Chemikalien im Pool Krebs auslösen? (Symbolfoto)
  • Macht das Baden im Pool und Schwimmbad krank?
  • Neben Krebs könnten auch Reproduktionsstörungen möglich sein.
  • Experten äußern sich zu dieser Problematik.

Kassel - Wer seinen Pool desinfiziert und das Wasser stets sauber halten möchte, muss zwangsläufig zu Chemikalien greifen. Wie aus mehreren Studien nun hervorgeht, könnten die Chemikalien selbst doch problematisch sein und sogar Krebs verursachen.

Eigentlich gilt der Zusatz von Chlor in Schwimmbecken und dem eigenen Pool für unabdingbar, denn schließlich vernichtet die Wunderwaffe sämtliche Mikroorganismen die über Schweiß, Hautschuppen, Speichel und Haare ins Wasser gelangen. Würde man künftig auf die Chemikalie verzichten, hätte man vielerorts plötzlich unreines Badewasser, was eine Infektionsgefahr natürlich immens erhöhen würde.

Chlor im Pool: Greenpeace warnt nicht nur vor Krebs

Eine Studie von Greenpeace berichtet nun aber über die Gefahren von Chlor, und macht nicht nur auf die Gefahr von Krebs, sondern auch auf mögliche Reproduktionsstörungen und Hauterkrankungen aufmerksam.

Auch das Umweltbundesamt (UBA) warnte bereits im Januar 2020 vor Chlor: Angeblich soll das Risiko für Kleinkinder, an Asthma zu erkranken, durch Schwimmen und Planschen in gechlorten Bädern erhöht werden. Sogenannte Trichloraminen, die beim Kontakt von Chlor mit Harnstoff entstehen, sollen daran Schuld sein. In Einzelfällen hatten Messungen in Schwimmbädern den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Trichloraminen-Richtwert weit übertroffen.

Baden im Pool: Trichloraminen könnten für Krebs sorgen - und Asthma?

Gegenüber ZEIT Online sagt Tamara Grummt, leitende Toxikologin der Trink- und Badewasserkommission des UBA, dass Harnstoff über Schweiß, Kosmetik und Urin in das Badewasser gelangt. So entstehe auch der typische Pool- und Hallenbad-Geruch, da die Trichloramine nach der Desinfektion auch in die Luft gelangen.

Forscher stellten bei Kindern, die vor ihrem zweiten Lebensjahr mit ihren Eltern schwimmen gingen, im Blut eine verringerte Konzentration des Zellproteins Clara (CC16) fest. Das deutet auf eine Schädigung des Lungengewebes hin, was die Lunge natürlich anfälliger macht und das Risiko für Asthma erhöht. Grummt sagt jedoch, dass man noch nicht sicher wüsste, ob und in welcher Konzentration Trichloramin in der Hallenbadluft die Wahrscheinlichkeit erhöhe, an Asthma zu erkranken. Doch was ist mit Krebs?

Löst Chlor Krebs aus? Experiment im Pool deutet darauf hin

Wenn Chlor mit dem Harnstoff aus Haaren, Schuppen oder Urin reagiere, könnten bis zu 700 verschieden Substanzen entstehen, von denen einige das Erbmaterial verändern und theoretisch Krebs auslösen könnten. Dies behauptet Manolis Kogevinas vom Städtischen Institut für medizinische Forschung in Barcelona gegenüber ZEIT Online.

Ein internationales Forschungsteam ließ 49 gesunde Menschen etwa 40 Minuten lang in einem gechlorten Pool schwimmen und ermittelten vorher und danach gewisse Konzentrationen im Blut. Das Resultat: Unter anderem stieg die Zahl von Mikrokernen in bestimmten Blutzellen an, was ein Zeichen für erbgutschädigende Mechanismen ist.

Experten untersuchen in einer Studie die Wirkung von Chlor auf den menschlichen Körper (Symbolbild).

Krebs durch Chlor im Pool: Expertin rät Risiken zu „minimieren“

Was bedeuten diese beunruhigenden Neuigkeiten nun? Sollte man besser ganz auf Schwimmbäder verzichten und eher im See baden? Doch was ist mit Menschen, die einen eigenen Pool besitzen? Tamara Grummt vom Umweltbundesamt (UBA) beruhigt: „Die möglichen Risiken lassen sich mit den derzeitigen technischen Regeln der Badewasseraufbereitung ausreichend minimieren.“

Wie ZEIT Online weiter berichtet, ist eine ausreichende Verdünnung des Beckenwassers mit Füllwasser und eine regelmäßige Lufterneuerung dringend nötig. Da diese Einhaltung allerdings nicht genügend überwacht wird, sieht Grummt auch hier Nachholbedarf, damit ein sicheres Baden, ganz ohne Angst vor Krebs, gewährleistet werden kann.

Krebs-Gefahr: Auch Bluetooth-Kopfhörer haben bei Stiftung Warentest für Aufsehen gesorgt. Neben der Pflege gibt es bei einem eigenen Pool auch noch weitere Dinge zu beachten, vor allem beim Kauf. (Nail Akkoyun)

Neue Studie bringt Alter und Krebs in Verbindung. Hierfür liegt der Grund im Blut der Menschen. 

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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